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US-Wirtschaft nimmt Tempo auf - aber langsamer als erwartet

Eine kräftig steigende Konsumnachfrage hat das Tempo des US-Wirtschaftswachstums im dritten Quartal beschleunigt.

dpa-afx WASHINGTON. Eine kräftig steigende Konsumnachfrage hat das Tempo des US-Wirtschaftswachstums im dritten Quartal beschleunigt. Allerdings gewann die Konjunktur der weltweit größten Volkswirtschaft nicht so stark an Fahrt wie weithin erwartet: Im Zeitraum Juli bis September legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit einer hochgerechneten Jahresrate von 3,7 Prozent zu, nach 3,3 und 4,5 Prozent in den beiden ersten Quartalen 2004. Dies teilte das Handelsministerium am Freitag in Washington mit. Volkswirte hatten mit bis zu 4,3 Prozent gerechnet.

Die US-Wirtschaft bietet nach Einschätzung der Dekabank im Kern ein robustes Bild. Nur die hohen Defizite in der Leistungsbilanz und im Staatshaushalt seien offene Flanken, sagte Dekabank-Volkswirtin Gabriele Widmann am Freitag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Mit Ausnahme der Außenwirtschaft brumme die Wirtschaft weiter.

Robuste Endnachfrage

Positiv äußerte sich die Commerzbank. Der Grund für das unter den Erwartungen liegende Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal liege vor allem an dem schwächeren Lageraufbau, sagte Patrik Franke, USA-Experte bei der Commerzbank. Die Endnachfrage sei jedoch um 4,0 Prozent geklettert und zeigte damit wieder deutlich erholt. Die kurzzeitige Konjunkturabschwächung im Sommer sei damit vorbei.

Der BIP-Preisdeflator betrug im dritten Quartal auf das Jahr hochgerechnet 1,1 Prozent nach 3,1 Prozent im Vorquartal. Die Kernrate (ohne Lebensmittel und Energie) lag mit 0,7 Prozent auf dem tiefsten Stand seit 1962. Der rückläufige Preisdeflator trotz des gestiegenen Rohölpreises ist nach Einschätzung von Franke keine große Überraschung. Entscheidend für die Preisentwicklung sind laut Franke die Benzinpreise, und die seien im Berichtszeitraum rückläufig gewesen. Im vierten Quartal sollten diese jedoch wieder ansteigen.

Letzte Konjunkturdaten VOR DER Wahl

Positiv entwickelte sich auch das Konsumklima der Einkaufsmanagerindex für die Region Chicago und das Konsumklima der Universität von Michigan. Der Einkaufsmanagerindex sei von 61,3 Punkte im Vormonat auf 68,5 Punkte geklettert. Von AFX News befragte Volkswirte hatten lediglich mit 61,6 Punkten gerechnet.

Die ersten Konjunkturdaten für das dritte Quartal sind die letzten vor der Präsidentschaftswahl am 2. November. Die Wirtschaft liegt - neben der nationalen Sicherheit - nach letzten Umfragen an der Spitze der Sorgen von US-Bürgern. Der demokratische Herausforderer John Kerry wirft der US-Regierung unter Amtsinhaber George W. Bush vor, unter ihrer Führung sei die Wirtschaft nicht stark genug gewachsen.

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