US-Zahlen belasteten nur kurzzeitig
Europäische Börsen gehen überwiegend fester ins Wochenende

Die europäischen Börsen haben am Freitag überwiegend fester geschlossen. Händler sagten, die am Nachmittag bekannt gegebenen US-Arbeitsmarktdaten hätten die Märkte zeitweilig belastet, allerdings habe sich die Stimmung später im Sog aufkeimender Zinssenkungshoffnungen verbessert. Unter den europäischen Aktienwerten ragten defensive Titel heraus, nachdem die Technologietitel in jüngster Zeit unter Gewinnmitnahmen gelitten hätten, hieß es weiter.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz notierte am Abend 1,17 Prozent höher bei 4189 Punkten, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) um 0,32 Prozent auf auf 4415 Zähler zulegte.

Die US-Börsen tendierten kurz vor Börsenschluss in Frankfurt fester. Der Dow-Jones-Index gewann um 0,7 Prozent auf 10.870 Punkte, der Technologie-Index Nasdaq stieg um 1,34 Prozent auf 2175 Zähler.

Das US-Arbeitsministerium hatte am frühen Nachmittag (MESZ) mitgeteilt, die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft sei im April um 223.000 zurückgegangen nach revidiert minus 53.000 (86.000) im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sei auf 4,5 Prozent von 4,3 Prozent im Vormonat und damit auf den höchsten Stand seit Oktober 1998 gestiegen. Die durchschnittlichen Stundenlöhne kletterten den Angaben zufolge um 0,4 Prozent zum Vormonat auf 14,22 Dollar. Von Reuters befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt mit einem Stellenzuwachs von 5000 gerechnet und für die Arbeitslosenquote einen Anstieg auf 4,4 Prozent prognostiziert.

LONDON - Fester durch Finanzwerte

Die Londoner Börse tendierte zum Wochenausklang fester mit deutlichen Zuschlägen im Finanzbereich und bei Vodafone. Der FTSE-Index schloss 1,8 Prozent im Plus bei 5870,3 Zählern. Die größte britische Hypothekenbank Halifax und die Bank of Scotland gewannen beide nach der Bekanntgabe ihres Zusammenschlusses. Halifax-Titel kletterten um 3,85 Prozent auf 820,05 Pence. Die Aktien der Bank of Scotland stiegen um 4,32 Prozent. "Der Zusammenschluss scheint gut über die Bühne gegangen zu sein", sagte ein Händler. Vielleicht helfe das auch Lloyds bei der geplanten Übernahme von Abbey National, die zurzeit von den Wettbewerbsbehörden überprüft wird. Lloyds- und Abbey National-Titel legten deutlich zu. Im Telekombereich gewannen die Aktien von Vodafone vier Prozent.

ZÜRICH - Gut behauptet mit Aufschlägen bei Roche

Die Schweizer Börse hat fester geschlossen. Händler sagten, während die meisten ausländischen Märkte mit nachgegebenden Kursen auf die unerwartet schwachen US-Jobdaten reagierten, habe die Schweiz - möglicherweise auch wegen der hohen Gewichtung defensiver Werte - dem Trend trotzen können. Vor allem Gewinne in Roche, Novartis, Nestle, ABB und Swiss Re hätten dem Markt eine gute Stütze gebildet. Auch die Erholung der US-Aktien im frühen Handel dürfte geholfen haben. Der SMI-Index stieg 0,9 Prozent auf 7365,6 Punkte.

PARIS - Unverändert mit Verlusten bei Cap Gemini

Die Pariser Börse präsentierte sich nahezu unverändert. Der CAC 40-Index schloss 0,03 Prozent tiefer bei 5455,55 Punkten. Die Titel der Computerberatungsfirma Cap Gemini verloren mehr als 8,8 Prozent, nachdem das Unternehmen unterhalb von Markterwartungen liegenden Geschäftsprognosen bekannt gegeben hatte.

MAILAND - Freundlich mit Aufschlägen bei Mediaset

Die italienischen Aktienwerte präsentierten sich am Freitag freundlich. Der Mib 30-Index schloss 0,3 Prozent im Plus bei 40.005 Punkten. Im Mittelpunkt standen Kursgewinne des Medienunternehmens Mediaset. Händler sagten, im frühen Handel hätten Übernahmegerüchte den Wert beflügelt. Allerdings habe am Nachmittag der als Kaufinteressent geltende Medienmogul Rupert Murdoch eventuelle Kaufabsichten verneint. Mediaset beendeten den Handel 1,47 Prozent höher.

MADRID - Freundlich mit Gewinnen bei Banken

Die Börse in Madrid präsentierte sich freundlich. Der Ibex 35-Index kletterte um 0,5 Prozent auf 9542,7 Punkte. Zuschläge verzeichneten die zwei führenden Banken, Banco Santander Central Hispano und Banco Bilbao Vizcaya Argentaria, deren Titel um 0,84 und 0,65 Prozent kletterten. Der Aktienkurs von Indexschwergewicht Telefonica stieg um 1,4 Prozent.

AMSTERDAM - Leichter

Die niederländischen Aktienwerte präsentierten sich zum Wochenausklang schwächer. Der AEX-Blue-Chip-Index schloss rund ein Prozent leichter bei 579,63 Zählern. Kursverluste mussten vor allem Technologie- und Telekomwerte hinnehmen. Versatel und KPNQuest gaben um 3,8 beziehungsweise vier Prozent ab. Die Titel der Investmentbank ABN Amro fielen um mehr als zwei Prozent, nachdem sie von der Deutschen Bank heruntergestuft worden waren.

WIEN - Leichter mit Verlusten bei Telekom Austria

Schwache internationale Vorgaben nach der Veröffentlichung von US-Konjunkturdaten und Druck auf ATX-Schwergewichte haben die Wiener Börse belastet. Telekom Austria waren mit einem Minus von 2,88 Prozent auf 6,40 (6,59) Euro das ATX-Schlusslicht. Der 21 Werte umfassende ATX fiel um 1,06 Prozent auf 1189,87 (1202,62) Punkte, wobei laut Händlern vor allem OMV und Erste Bank den ATX nach unten drückten. OMV fielen auf 91,60 (93,20) Euro, Erste Bank auf 59,50 (60,00) Euro.

BRÜSSEL - Von Finanzwerten belastet

Die Brüsseler Börse präsentierte sich leichter belastet von Verlusten bei den Finanzwerten. Der Bel 20-Index schloss 1,45 Prozent leichter bei 2763,96 Punkten. Nach Händleraussagen drückten vor allem erwartete hohen US-Arbeitslosenzahlen auf die Kurse. Indexschwergewicht Fortis verlor 2,43 Prozent auf 27,32 Euro. Händler sagten, eine Gewinnwarnung der französischen Bank SocGEn und ein schlechter als erwartetes Quartalsergebnis des niederländischen Versicheres Aegon belasteten den Wert.

STOCKHOLM - Fester

Die Stockholmer Börse tendierte am Freitag fest. Der OMX-Index legte um 1,66 Prozent auf 922,75 Zähler zu. Im Mittelpunkt standen deutliche Kursverluste des Internet-Beraters Framfab, der nach Vorlage eines größer als erwarteten Verlustes im ersten Quartal um mehr als 20 Prozent einbrach.

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