US-Zukunftsforscher Jeremy Rifkin sieht EU vorn
Europa kann Energie-Supermacht der Zukunft werden

Die Europäische Union könnte nach Ansicht des US-Zukunftsforscher Jeremy Rifkin mihilfe der Wasserstofftechnik in den kommenden zwanzig Jahren zur energiepolitischen Supermacht aufsteigen.

dpa/HB FRANKFURT/M. Der UN-Weltgipfel in Johannesburg habe gezeigt, wie weit Europa den anderen Nationen gedanklich voraus sei, sagte Rifkin. Die EU sei sensibel genug, die aus dem Erdölverbrauch resultierenden negativen Folgen für die Erde zu erkennen und Konsequenzen daraus zu ziehen.

Die EU könne die erste Wasserstoff-Supermacht der Welt zu werden. Die drei größten globalen Krisen resultieren Rifkin zufolge aus der Abhängigkeit vom Erdöl: Klimaerwärmung, Überschuldung armer Länder und die Bedrohung des Westens durch den Nahen Osten.

"Wir haben einige hunderte Jahre lang die Vorteile aus der Verbrennung fossiler Rohstoffe genossen. Jetzt zahlen wir den Preis." Rifkin lobte die Europäische Union für ihre Bemühungen in Johannesburg, ein konkretes Ziel für den weltweiten Ausbau erneuerbarer Energien durchzusetzen. Auch wenn dies nicht gelungen sei, habe Europa am richtigen Ort die richtigen Dinge gesagt.

USA zurückgeblieben

Ihre politischen Führer hätten es nun in der Hand, mutig voranzuschreiten. "Europa ist in der einzigartigen Position, einen großen Schritt vorwärts zu machen für den Rest der Welt", sagte Rifkin. Europa habe gute Startvoraussetzungen, beispielsweise Marktführer bei Brennstoffzellen zu werden. Die US-Industrie sei hinter Europa zurückgeblieben. Die politischen Führer seien sogar weit zurück.

Um die selbst gesteckten Ziele zum Ausbau erneuerbarer Energien zu erreichen, müsse die EU zunächst eine Wasserstoff-Infrastruktur aufbauen. Wasserstoff bietet Rifkin zufolge die ideale Möglichkeit, die aus Sonne, Wind oder Wasser gewonnene Energie zu speichern für Zeiten wenn die Sonne nicht scheinte oder kein Wind wehe.

Rifkin ist Gründer der Foundation on Economic Trends und Dozent der Wharton School of Business. Er hielt sich zur Vorstellung seines Buchs "Die H2-Revolution" in Frankfurt auf.

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