USA begrüßen Demonstrationen
Neue Proteste gegen iranische Machthaber

In der iranischen Hauptstadt Teheran haben am Freitag die dritte Nacht in Folge Studenten gegen die moslemischen Machthaber demonstriert. Allerdings war die Zahl der Demonstranten deutlich geringer als in den vorangegangenen Tagen.

Reuters TEHERAN/WASHINGTON. Nur ein paar Dutzend Studenten forderten Freiheit und Demokratie während sich rund 300 weitere Demonstranten in Straßen nahe der Universität versammelt hatten. Ein großes Aufgebot an Polizisten und radikal-islamischen Milizionären hinderte sie näher an das Universitätsgelände zu gelangen. Studenten und Milizionäre bewarfen sich mit Steinen, doch kam es Augenzeugen zufolge nicht zu größeren Zusammenstößen.

Die US-Regierung begrüßte die Proteste, bei denen in den vergangenen Tagen rund 3000 Demonstranten auf die Straßen gegangen waren. "Wir applaudieren dem iranischen Volk dafür, dass es auf die zerstörerische Politik der iranischen Regierung aufmerksam macht, die ihrer Bevölkerung einen schlechten Dienst erweist", sagte US-Außenamtssprecher Richard Boucher. Die USA hofften, dass der Ruf des iranischen Volkes nach Demokratie und der Herrschaft des Rechts gehört und das Land zu einer stabilen Region werde.

Das geistliche Oberhaupt des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, machte am Donnerstag die USA für die jüngsten Proteste verantwortlich. Die US-Regierung hat erklärt, den Reformwillen des iranischen Volkes unterstützen zu wollen. Zudem werfen die USA Irans Regierung vor, nach Atomwaffen zu streben und den Terrorismus zu unterstützen. Der Iran hat dies zurückgewiesen.

Die Wut der Demonstranten richtet sich gegen den konservativen Klerus wie auch gegen die reformorientierte Regierung. Viele Iraner haben den Glauben daran verloren, dass Präsident Mohammad Chatami seine angekündigten Reformen in der islamischen Republik durchsetzen kann.Im Iran kontrollieren seit der islamischen Revolution 1979 konservative Geistliche unter anderem Justiz und Armee. Sie blockieren die Reformen, die Chatami und eine Mehrheit im Parlament anstreben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%