USA: Bomben-Anschlag verhindert
Dax schließt leicht im Minus

Sorgen der Investoren vor Anschlägen haben am Montag Händlern zufolge zu Verkäufen an den Aktienmärkten geführt und den Deutschen Aktienindex (Dax) zeitweilig deutlich belastet. Im Sog anziehender Kurse an den US-Märkten erholte sich der Index allerdings bis Börsenschluss von seinen Tagestiefständen.



Reuters FRANKFURT. Das US-Justizministerium hatte Montagnachmittag (MESZ) mitgeteilt, einen Anschlag mit einer so genannten schmutzigen Atombombe verhindert zu haben. Investoren verkauften auf Grund der Unsicherheit, dass es zu weiteren Anschlägen kommen könne, hieß es am Markt. Schwächer schlossen DaimlerChrysler, nachdem der Konzern einen Absatzrückgang seiner Marke Mercedes-Benz im Mai veröffentlicht hatte. Auch die T-Aktie gab deutlich nach, wobei Händler allerdings keinen eindeutigen Grund dafür ausmachen konnten.

Der US-Justizminister John Ashcroft hatte mitgeteilt: "Wir haben einen bekannten Terroristen festgenommen, der den Plan verfolgte, in den USA eine 'schmutzige Bombe' zu bauen und zu zünden." Es habe sich um ein Mitglied der El Kaida des Moslem-Extremisten Osama bin Laden gehandelt, hieß es weiter.

Die Märkte in Deutschland und den USA reagierten auf die Mitteilung zunächst mit Kursabschlägen, erholten sich aber im weiteren Verlauf etwas. "Hier stellt man sich die Frage, wie viele es noch gibt, die Bomben im Koffer haben", sagte ein Händler mit Blick auf die Kursverluste am Markt.

Der Dax schloss mit einem Minus von 0,45 Prozent bei 4589 Punkten, nachdem er am Nachmittag bis auf 4544 Zähler nachgegeben hatte.

Am Neuen Markt gab der Blue-Chip-Index Nemax50 um knapp ein Prozent auf 727 Punkte nach. Der MDax für die mittelschweren Werte schloss kaum verändert bei 4217 Punkten.

Dow-Jones-Index 0,7 Prozent im Plus

An den Märkten in New York zogen die Kurse im weiteren Verlauf ebenfalls etwas an. Der Industriewerte-Index Dow Jones verzeichnete bei Handelsende in Frankfurt ein Plus von 0,7 Prozent auf 9657 Stellen, nachdem er zuvor bis auf 9562 Stellen gefallen war. Händler sagten, vor allem Kursgewinne bei den Aktien des Einzelhandelskonzern Wal Mart verliehen den Standardwerten Auftrieb. Die Unsicherheit halte aber weiterhin an, hieß es am Markt. Der technologielastige Nasdaq-Index verzeichnete einen Zuwachs von 0,5 Prozent auf 1542 Zähler.

Zu den größten Verlierern im Dax gehörten die Aktien von DaimlerChryser, was Händler mit rückläufigen Absatzzahlen bei der Marke Mercedes-Benz begründeten. "Die Mercedes-Absatzzahlen sind gefallen und die Mercedes-Sparte ist das einzige, was bisher gut gelaufen ist. Da kommt jetzt etwas Unwohlsein rein", sagte ein Frankfurter Aktienhändler. Die Papiere büßten knapp zwei Prozent auf 49,31 Euro ein.

Die Aktien der Deutschen Telekom verloren 2,6 Prozent auf 10,21 Euro. "Es gibt keine positiven Nachrichten und auch keine Gründe, warum man die Aktie kaufen sollte", sagte ein Düsseldorfer Händlerin. Einige Börsianer verwiesen angesichts der Kursverluste auf einen Zeitungsbericht, wonach die Telekom einen Börsengang der Mobilfunktochter T-Mobile bis Jahresende ausschließe. "Das ist nichts Neues und der Markt hatte damit doch sowieso schon gerechnet", sagte ein anderer Börsianer.

Um 1,2 Prozent auf 37,85 Euro fielen auch die Papiere des Herstellers passiver Bauelemente Epcos. Händler sagten, Befürchtungen, dass der Zwischenbericht zum zweiten Quartal des finnischen Handyherstellers Nokia am Dienstag enttäuschen dürfte, belasteten den Wert.

Im MDax gewannen die Titel von Cargolifter mehr als 19 Prozent auf 0,79 Euro. Am Wochenende hatte der von der Insolvenz des Luftschiffbauers betroffene brandenburgische Landkreis Dahme-Spreewald einen Plan zur Rettung zumindest von Teilen des Unternehmens vorgelegt.

Am Geregelten Markt gingen die Aktien des Debütanten VCH auf dem Frankfurter Parkett bei 1,08 Euro aus dem Handel. Der Ausgabekurs hatte 1,10 Euro betragen.

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