USA Bürger wählen eigentlich nur Wahlkollegium
Von Wahlmännern und -frauen bei der US-Präsidentenwahl

ap FRANKFURT/MAIN. Die Bürger der USA haben am Dienstag streng genommen nicht den Präsidenten, sondern zunächst lediglich ein Wahlkollegium von 538 Mitgliedern gewählt. Diese Wahlmänner küren dann bei einer Zusammenkunft im Dezember offiziell den neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten. Alle Einzelheiten des komplizierten Verfahrens sind genauestens in der Verfassung festgelegt.

Für die Wahl des Präsidenten ist das jeweilige Ergebnis in den 50 Einzelstaaten entscheidend. Der Kandidat, der bei der Volkswahl am 7. November in einem Staat die einfache Mehrheit erzielt, erhält die Stimmen aller diesem Staat zustehenden Wahlmänner und-frauen. Jeder Staat hat so viele Wahlmänner und-frauen, wie er Vertreter in den Kongress (Senat und Repräsentantenhaus) entsendet. Außerdem stellt der District of Columbia, der Bezirk der Bundeshauptstadt Washington, drei Kollegiumsmitglieder. Eine Ausnahmeregelung gilt für Nebraska: Dort erhält auch der Unterlegene in der Gesamtwertung eine der fünf Wahlmännerstimmen, sofern er in einem der drei Wahlbezirke die meisten Stimmen erhalten hat.

Das Wahlkollegium wählt den US-Präsidenten

Das Wahlkollegium wählt den Präsidenten und den Vizepräsidenten in geheimer Abstimmung. Bis zur Verkündung des Ergebnisses vergeht dann noch einmal eine geraume Zeit, erst im Januar wird das Resultat in einer gemeinsamen Sitzung beider Häuser des Kongresses bekannt gegeben. Wer die Stimmen von mindestens 270 Wahlmännern auf sich vereinen kann, wird am 20. Januar als 43. Präsident der USA vereidigt.

Das komplizierte Verfahren kann zur Folge haben, dass ein Präsident mit der Mehrheit des Wahlkollegiums gewählt wird, obwohl er bei der direkten Wahl durch die Bürger landesweit weniger Stimmen erhalten hat als sein Gegenkandidat. Dies geschah bisher drei Mal: 1824, 1876 und 1888.

Erhält keiner der Kandidaten die Mindestzahl von 270 Stimmen des Wahlkollegiums - was der Fall sein kann, wenn mehr als zwei Bewerber Wahlmännerstimmen auf sich vereinen können - wählt das Repräsentantenhaus einen der Kandidaten zum Präsidenten, wobei jeder der 50 US-Staaten nur eine Stimme hat. Gewählt ist, wer mindestens 26 Stimmen erhält. Sollte auch diese Mehrheit nicht zu Stande kommen, rückt der bisherige Vizepräsident in das höchste Staatsamt auf.

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