USA deuten Verzicht auf Abstimmung an
Bush setzt Uno eine letzte Frist

Das Ringen um eine neue Irak-Resolution im Weltsicherheitsrat geht in die vermutlich letzte Runde. US-Präsident George W. Bush erklärte sich gestern überraschend bereit, einer Verlängerung der Uno-Debatte bis in die nächste Woche zuzustimmen. Ursprünglich wollte er schon heute abstimmen lassen. Gleichzeitig mehrten sich aber die Anzeichen für einen raschen Kriegsbeginn.

ebo/HB DÜSSELDORF. Bush sei bereit, "für die Diplomatie die Extra-Meile zu gehen", sagte Präsidentensprecher Ari Fleischer. Eine Abstimmung im Sicherheitsrat wird wahrscheinlich nicht mehr am heutigen Freitag erfolgen, können in den nächsten Tagen beantragt werden. Zuvor hatten Frankreich, Russland und Deutschland einen britischen Kompromissvorschlag abgelehnt.

Tarnkappenbomber auf dem Weg zum Golf

Angesichts der Blockade im Sicherheitsrat schloss US-Außenminister Colin Powell es nicht mehr aus, dass die USA am Ende auf eine Abstimmung verzichten könnten. Washington und London haben mehrfach betont, dass sie auch auf Grundlage der gültigen Uno-Resolution 1 441 im Irak intervenieren dürften. Dem widersprach jedoch Uno-Generalsekretär Kofi Annan. Ein US-Alleingang ohne neues Mandat wäre "nicht im Einklang mit der Uno-Charta", warnte Annan.

Eine Militäraktion könnte jederzeit beginnen, betonten Sprecher der US-Armee. "Das Training ist vorbei, wir sind bereit", sagte Major Max Blumfeld vom 5. US-Armee-Korps in Kuwait. "Es ist wie bei einem Bogen: Man zieht ihn zurück, zielt, die Sehne ist gespannt, und jetzt warten wir auf den Befehl zum Loslassen." Rund 225 000 US-Soldaten und 45 000 britische Soldaten halten sich in der Golfregion auf.

Darüber hinaus haben die USA jetzt nach Militärangaben mit der Entsendung ihrer B-2-Tarnkappenbomber für einen Kriegseinsatz gegen den Irak begonnen. Auch in London mehrten sich die Signale für einen raschen Kriegsbeginn. Premierminister Tony Blair rief am Donnerstag überraschend Oppositionsführer Iain Duncan Smith zu sich. Solche Konsultationen finden nur in Krisenlagen statt. Der Premierminister halte eine zweite Uno-Resolution für "weniger wahrscheinlich als je zuvor", sagte Smith nach dem Treffen.

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