Archiv
USA erkennen Wahl Fujimoris nicht an

Perus Präsident Fujimori hat Kritik an der umstrittenen Wahl vom Sonntag zurückgewiesen und eine Demokratisierung des Landes zugesagt.

afp LIMA/WASHINGTON. In einer Fernsehansprache an die Nation versprach Fujimori, dass es eine "wahre Demokratisierung" im Land geben werde. Die USA betrachten die Abstimmung nach Angaben einer Vertreterin des US-Außenministeriums als ungültig. Kein Präsident, der aus einem solch "Fehler behafteten" Prozess hervorgehe, könne Legitimität für sich beanspruchen, sagte die Vertreterin, die anonym bleiben wollte.

Fujimoris Widersacher Alejandro Toledo begrüßte die Kritik aus dem Ausland. Nach Auszählung fast aller Stimmen wurde Fujimori nach offiziellen Angaben mit 51 Prozent für ein drittes Mandat im Amt bestätigt.

Die Abstimmung sei "gerecht, fair und transparent" gewesen, sagte der wiedergewählte Präsident am Montag im ersten Interview nach der Wahl im US-Fernsehsender CNN. Er entgegnete der Kritik aus dem In- und Ausland, es habe nicht in seiner Macht gestanden, den Forderungen nach einer Verschiebung der Wahl nachzukommen. Er bedauere, dass am Sonntag keine internationalen Beobachter vor Ort gewesen seien. Es sei nicht seine Absicht gewesen, sich einem Wettbewerb mit Toledo zu entziehen. Er wies Vorwürfe zurück, dass in Peru eine Diktatur herrsche. Vielmehr habe das Land stetig Fortschritte in Richtung einer echten Demokratie gemacht. In Anspielung auf den Boykott vieler Wähler sagte Fujimori, die "Tage der Missverständnisse" müssten nun zu Ende sein, um die "Probleme des Landes" anzugehen.

Im peruanischen Rundfunk sagte Fujimori, er wolle vor allem die Arbeitslosigkeit bekämpfen. Zudem wolle er eine "aggressivere Politik" in der Landwirtschaft und dem Export verfolgen. Seine nun dritte Amtszeit sei keine "bloße Fortsetzung" der vorhergehenden. Sie werde vielmehr eine "höhere Ebene" sein, in der "Fehler korrigiert" werden könnten. Eine stärkere institutionelle Demokratie könne als "Pfeiler für die Entwicklung" Perus dienen.

Die japanische Regierung äußerte ihr "Bedauern" über den "anomalen" Verlauf der Abstimmung. Das französische Außenministerium bezeichnete die Bedingungen der Wahlen als "nicht befriedigend". Kritik äußerte am Dienstag auch das spanische Außenministerium.

Toledo sagte, die Umstände der Wahl seien eine "Quelle für Instabilität" und könnten die gesamte Region betreffen. Peru drohten nun Wirtschaftssanktionen und Instabilität, warnte er im Fernsehsender Canal N. Die internationale Kritik zeige, dass Peru die Isolation drohe. Die derzeitige Krise werde auch Investitionen bremsen. Toledo bekräftigte seine Absicht, friedlichen Widerstand zu leisten, um die "Demokratie zu retten". Er hatte sich aus Protest gegen die Wahlbedingungen aus dem Rennen zurückgezogen. Wahlbeobachter der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hatten ihre Mission abgesagt, nachdem sie vergeblich einen Aufschub der Stichwahl gefordert hatten.

Nach Auszählung von rund 94 Prozent der Stimmen wurde Fujimori mit 51 Prozent in der zweiten Runde im Amt bestätigt, wie die Wahlkommission bekannt gab. Toledo erhielt demnach rund 17 Prozent. Rund die Hälfte der 14,5 Millionen Wähler folgte trotz allgemeiner Wahlpflicht jedoch einem Boykottaufruf Toledos. Mehr als 30 Prozent der abgegebenen Voten wurden als ungültig gewertet. Toledo hatte die Wähler aufgefordert, entweder zu Hause zu bleiben oder den Stimmzettel ungültig abzugeben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%