USA eröffnet Botschaft in Kabul
US-Soldaten jagen 2000 El-Kaida-Kämpfer

Nach dem Sturm der Bergfestung Tora Bora haben Kämpfer der afghanischen Ostallianz und US-Soldaten die Verfolgung der flüchtenden El-Kaida-Mitglieder verstärkt. Insgesamt werden rund 2000 El-Kaida-Kämpfer gejagt. Die amerikanische Luftwaffe bombardierte mögliche Fluchtwege, um die Kämpfer zu stoppen. Zahlreiche El-Kaida-Söldner wurden gefangen genommen. Von dem mutmaßlichen Terroristenführer Osama bin Laden gab es jedoch keine Spur, Taliban-Führer Mullah Mohammed Omar wurde neuen Berichten zufolge westlich von Kandahar vermutet.

ap/dpa TORA BORA/WASHINGTON. Der Oberbefehlshaber des Afghanistan-Einsatzes, General Tommy Franks, sagte im Sender ABC, US-Soldaten und Kämpfer der Ostallianz würden jetzt alle Schluchten und jede Höhle gründlich durchsuchen. Die Taliban-Gegner hätten noch nicht das ganze Gebiet um Tora Bora unter Kontrolle.

Truppen der Allianz lieferten sich in der Nacht zum Montag Gefechte mit den Flüchtenden, wie Kommandeur Ausubillah berichtete. Mehr als 200 ausländische Kämpfer der El Kaida wurden den Angaben zufolge bislang getötet. Unter den Toten sollen auch Frauen und Kinder gewesen sein, offenbar Angehörige der E-Kaida-Mitglieder. Weitere Kämpfer des Terrornetzwerks wurden gefangen genommen, einige ergaben sich und baten darum, nicht den USA übergeben zu werden. Unter den Gefangenen seien auch zwei El-Kaida-Kommandanten, erklärten Sprecher der Ostallianz in einem Interview der Fernsehnachrichtenagentur APTN.

Die Gefangenen berichteten von zahlreichen weiteren Flüchtenden in den Wäldern. Bin Laden hätten sie allerdings seit rund einem Monat nicht mehr gesehen. Die USA hatten den Extremistenführer ursprünglich in dem Höhlensystem von Tora Bora vermutet. Hadschi Gulalai, der Geheimdienstchef des Kommandeurs von Kandahar, erklärte am Montag, Mullah Omar befinde sich mit hunderten Kämpfern offenbar in Baghran, rund 160 Kilometer nordwestlich von Kandahar. Zuvor hatte der frühere Taliban-Finanzminister Mullah Agha Jan Mutasim das Ende der radikalislamischen Bewegung verkündet. Omar sei an einem geheimen Ort, sagte er der afghanischen Nachrichtenagentur AIP zufolge. Wo sich bin Laden befinde, wisse er nicht.

Die Suche nach bin Laden könne noch Jahre dauern, erklärte US-Außenminister Colin Powell. Auch der Kampf gegen das Terrornetzwerk El Kaida sei mit der Einnahme von Tora Bora nicht beendet. El Kaida sei zwar in Afghanistan weitgehend zerstört, weltweit müssten aber noch viele Zentren der Organisation vernichtet werden, sagte Powell dem Sender NBC. Ein Teil der US-Soldaten werde auch bei Beginn der geplanten UN-Friedensmission zur Unterstützung der internationalen Truppen weiterhin in Afghanistan bleiben, sagte Powell weiter. Die ersten Soldaten der UN könnten nach Angaben der britischen Regierung bereits Ende der Woche in Afghanistan stationiert werden. Der designierte Ministerpräsident der afghanischen Interimsregierung, Hamid Karsai, kam am Montag zu Gesprächen nach London.

USA und Türkei eröffnen Botschaft in Kabul

Nach Italien und Großbritannien eröffneten auch die USA und die Türkei am Montag ihre Botschaften in Kabul wieder. Der amerikanische Afghanistan-Gesandte James Dobbins sagte in einer Zeremonie, zunächst werde eine kleine Gruppe Diplomaten ein Verbindungsbüro zur designierten Übergangsregierung betreiben.

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