USA erwägen Einsatz von Bodentruppen
22 000 Hinweise bei Suche nach bin Laden

Bei der Suche nach dem mutmaßlichen Terroristenführer Osama bin Laden hat das US-Außenministerium bislang rund 22 000 Hinweise erhalten. Die meisten Tipps seien über die diplomatische Post oder per Telefon beim Büro für diplomatische Sicherheit eingegangen, sagte Außenamtssprecher Richard Boucher am Dienstagabend (Ortszeit).

afp/rtr TASCHKENT/WASHINGTON. Die Informationen seien an die entsprechenden Behörden weitergeleitet worden. Einen entscheidenden Hinweis habe es bisher noch nicht gegeben, doch alle würden verfolgt werden.

Osama bin Laden hat nach Informationen der saudiarabischen Zeitung "El Watan" seinen Mitarbeitern befohlen, ihn nicht lebend in die Hände seiner amerikanischen Häschern fallen zu lassen. Unter Berufung auf ungenannte amerikanische und europäische Diplomaten berichtete die Zeitung am Mittwoch, Überläufer hätten dem US-Geheimdienst CIA berichtet, bin Laden wolle sich erschießen lassen, wenn eine Gefangennahme drohe. Er halte sich in einer Bergfestung südlich von Kandahar verschanzt, der Bastion der radikalislamischen Taliban-Bewegung, die ihm Schutz gewährt hat, inzwischen aber entmachtet wurde.

Die Zeitung berichtete, bin Laden habe ein Videoband mit seinem letzten Willen vorbereitet, auf dem er zur Fortsetzung des Kampfes gegen die USA auch nach seinem Tode aufrufe. Die USA jagen bin Laden und seine Leute, weil sie sie verantwortlich machen für den Tod von über 4500 Menschen bei den Anschlägen am 11. September in New York, Washington und Pennsylvania. Am 7. Oktober begannen sie mit Luftangriffen in Afghanistan und ermöglichten den Taliban-Gegnern einen raschen Siegeszug. Den Taliban sind im Wesentlichen noch Kandahar und Kundus im Norden geblieben. Doch werden sie auch dort belagert.

Außenminister Colin Powell hatte angekündigt, das Kopfgeld für bin Laden werde auf 25 Millionen Dollar (55,5 Millionen Mark/28,3 Millionen Euro) erhöht. Vergangenen Monat hatte der US-Kongress fünf Millionen Dollar auf bin Ladens Kopf ausgesetzt. Eine Pentagon-Sprecherin sagte, die Nachricht von der Erhöhung des Kopfgeldes werde in Afghanistan bereits seit einigen Tagen über Radio verbreitet.

Die USA erwägen, "die eine oder andere" Armee-Einheit am Boden zum Einsatz kommen zu lassen, sagte der US-Oberbefehlshaber für den Nahen Osten, Tommy Franks, am Mittwoch in der tadschikischen Hauptstadt Taschkent.

Der General leitet den US-Militäreinsatz in Afghanistan. Nach Angaben des Pentagon sind derzeit insgesamt 2 300 US-Marine-Infanteristen einsatzbereit, die auf zwei Kriegsschiffen im Indischen Ozean auf weitere Befehle warteten. Diese Einheiten stünden Franks "zur Verfügung", sagte Konteradmiral John Stufflebeem am Dienstag (Ortszeit) in Washington.

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