USA erwägen Sanktionen gegen Palästinenser: 24 Israelis bei Selbstmordanschlag verletzt

USA erwägen Sanktionen gegen Palästinenser
24 Israelis bei Selbstmordanschlag verletzt

Ein Selbstmordattentäter hat sich in Tel Aviv in die Luft gesprengt und dabei 24 Passanten verletzt. Nur wenige Stunden zuvor war ein Hamas-Führer gezielt getötet worden.

ap TEL AVIV. Nur wenige Stunden nach der gezielten Tötung eines Führers der radikalen Hamas-Bewegung hat sich am Freitag in der Innenstadt von Tel Aviv ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt und dabei 24 Passanten verletzt. Der Attentäter selbst kam ums Leben. Zuvor hatte die Hamas Rache für den in der Nacht bei einem israelischen Raketenangriff im Gazastreifen getöteten Funktionär Bakr Hamdan geschworen.

Der Selbstmordattentäter sprengte sich in einer belebten Fußgängerzone in der Nähe des alten Busbahnhofs in die Luft. In der Gegend befinden sich zahlreiche kleine Läden und Gaststätten. "Die Explosion war gewaltig", sagte ein Augenzeuge. "Menschen flogen durch die Luft." Der Sprengsatz war mit Nägeln bestückt. Zwei der Verletzten schwebten nach Angaben der Polizei in Lebensgefahr.

Offenbar war noch ein weiterer Anschlag geplant. Wie Verteidigungsminister Benjamin Ben Elieser mitteilte, nahm die Polizei einen Mann fest, der mit einer Kalaschnikow auf Passanten schießen wollte. Dem israelischen Fernsehen zufolge klemmte die Waffe jedoch, und der Mann versuchte zu fliehen.

Die israelische Regierung machte den palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat für den Anschlag in Tel Aviv verantwortlich. Dessen Autonomiebehörde habe nichts unternommen, um Extremisten zu stoppen, sagte Danni Ajalon, ein Berater von Ministerpräsident Ariel Scharon.

Trauermarsch im Flüchtlingslager

Im Flüchtlingslager Chan Junis im Gazastreifen versammelten sich am Freitag etwa 2 000 Palästinenser zu einem Trauermarsch für den von Israel getöteten Hamas-Aktivisten Hamdan. Der Anschlag sei ein weiterer "Tropfen im See der Verbrechen und Massaker" des israelischen Ministerpräsidenten, sagte Hamas-Führer Mahmud Sahar. Israel müsse mit einer "schmerzlichen Antwort" rechnen.

Der 28-jährige Hamdan wurde in der Nacht zum Freitag von einem israelischen Kampfhubschauber angegriffen, der zwei Raketen auf sein Auto feuerte. Zwei Begleiter wurden schwer verletzt. Die israelische Armee erklärte, Hamdan sei für "Dutzende Terroranschläge gegen israelische Zivilisten und Soldaten im Gazastreifen" verantwortlich gewesen. Etwa zeitgleich mit dem Angriff auf Hamdan erschossen israelische Soldaten zwei Palästinenser, die in die jüdische Siedlung Kfar Darom im Gazastreifen eindringen wollten.

Bush berät über Sanktionen

Die US-Regierung äußerte Verständnis dafür, dass Israel Arafat faktisch unter Hausarrest gestellt hat. Die USA sehen es mittlerweile als erwiesen an, dass Arafats Autonomiebehörde am versuchten Schmuggel von 50 Tonnen Waffen beteiligt war. Präsident George W. Bush erörterte deshalb am Freitag mit seinen außenpolitischen Beratern mögliche Strafmaßnahmen gegen die Palästinenser. Als eine Möglichkeit gilt die Schließung des Washingtoner Büros der Autonomiebehörde.

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