USA fordern Dialog
15 Tote bei Anschlägen am Wahltag in Kaschmir

Der vorletzte Wahltag im indischen Teil Kaschmirs ist am Dienstag von einem Terroranschlag und zahlreichen Gewaltakten mit insgesamt 15 Toten überschattet worden.

dpa SRINAGAR/ISLAMABAD. Drei mutmaßliche Moslemextremisten stürmten in Hiranagar einen Platz an einer Kreuzung, warfen Handgranaten und schossen um sich. Außerdem stoppten sie einen Bus aus Delhi und feuerten auf die Insassen. Dabei wurden fünf Passanten und bis zu vier Buspassagiere getötet. In Panzgham kamen sechs Soldaten bei einer Bombenexplosion ums Leben. Außerdem griffen Rebellen 15 Wahllokale an. Dabei erlitten 25 Menschen Verletzungen. Die Wahlbeteiligung lag am Dienstag, wie schon an den beiden vorherigen Wahltagen, bei deutlich unter 50 Prozent.

Bei dem Überfall in Hiranagar waren drei Terroristen mit einem Kleinbus vorgefahren und aus dem Wagen gesprungen. Mit dem Schrei "Tötet, tötet" stürmten sie den Platz und ermordeten fünf Menschen. Händler und Taxifahrer flüchteten sich in Läden. "Es war schrecklich, es herrschte völlige Verwirrung", sagte ein Händler. Nachdem sie den Bus gestoppt und mehrere Passagiere getötet oder verletzt hatten, entkamen die Täter.

Die Regionalwahlen in Kaschmir ziehen sich aus Sicherheitsgründen über einen Monat hin. Moslemmilizen, die für den Anschluss der Region an Pakistan kämpfen, bekämpfen die Wahlen und bedrohen jeden mit Gewalt, der sich daran beteiligt. Am Dienstag feuerten sie auf 15 Wahllokale Raketen und Granaten, warfen Bomben und schossen um sich. Die Hurriyat-Konferenz, in der gemäßigte Separatisten vereint sind, lehnt die Wahl ebenfalls ab und hatte zu einem Generalstreik aufgerufen. Indien wirft Pakistan vor, die Wahl zu stören.

Die pakistanische Regierung und die USA halten baldige Gespräche zwischen den Atommächten Indien und Pakistan zum Abbau ihrer Spannungen für nötig. Die für Südasien zuständige Beamtin des US- Außenministeriums, Christina Rocca, traf am Dienstag in Islamabad den pakistanischen Militärmachthaber Pervez Musharraf. In einer Mitteilung des pakistanischen Außenministeriums hieß es dazu: "Beide Seiten waren sich einig, dass die baldige Wiederaufnahme des Dialogs zwischen Indien und Pakistan nötig ist."

Indien beschuldigt Pakistan, den Terror extremistischer Moslems auf indischem Gebiet, vor allem in Kaschmir, zu fördern. Nach Anschlägen in Delhi und Kaschmir hatte Indien Pakistan mit Krieg gedroht. International gilt die Anerkennung der Teilungslinie in Kaschmir als internationale Grenze als beste Möglichkeit, den Dauerkonflikt zu entschärfen.

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