USA fordern Schritte gegen Hisbollah
Israel zerstört Landebahn des Flughafens Gaza

Israel hat seine Vergeltungsaktionen für den Tod von vier Soldaten den dritten Tag hintereinander fortgesetzt. Armee-Einheiten rückten in der Nacht zum Freitag auf den Flughafen von Gaza vor. Panzer und Bulldozer rissen nach Angaben der Flughafenleitung vor dem Morgengrauen noch intakte Teile des Rollfelds auf.

ap GAZA. Außerdem nahmen israelische Sicherheitskräfte in Rafah neun Palästinenser wegen Waffenschmuggels fest. Am Mittwoch waren vier israelische Soldaten im Gazastreifen bei einem Überfall der militanten Organisation Hamas getötet worden.

Die Aktion in Gaza solle einen Eindruck davon vermitteln, was passiere, wenn sich die Situation verschlechtere, erklärte der israelische Oberst Imad Farris. Bereits am Donnerstag hatte Israel im Flüchtlingslager von Rafah mindestens 52 Gebäude zerstört. Die Palästinenser sprachen von Wohnhäusern, die israelische Armee gab dagegen an, es habe sich um Verstecke von militanter Palästinenser Schützen gehandelt.

Ministerpräsident Ariel Scharon erklärte nach einer Sitzung seines Likud-Blocks in Tel Aviv, die Regierung werde den palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat weiterhin in Ramallah festhalten. «Wenn er dort Jahre sitzen muss, dann wird er dort auch Jahre sitzen», sagte Scharon. Die Blockade der Stadt im Westjordanland werde erst aufgehoben, wenn Arafat wirksam gegen gewalttätige Gruppen vorgehe und auch die Verantwortlichen für den Mord am israelischen Tourismusminister Rehawam Seewi Mitte Oktober in Haft nehme. Bei den neun Festgenommenen in Rafah handelt es sich nach Angaben der israelischen Armee um einen mutmaßlichen militanten Aktivisten und acht Personen, denen Verwicklung in den versuchten Schmuggel von 50 Tonnen Waffen für die palästinensischen Gebiete vorgeworfen wird. Israelische Sicherheitskräfte hatten vergangene Woche ein Schiff mit den Waffen im Roten Meer aufgebracht.

US-Präsident George W. Bush erklärte, der Waffenschmuggel sei wahrscheinlich Teil einer Terrorkampagne gewesen, mit der die Friedensbemühungen torpediert werden sollten. Er forderte Arafat auf, dem Terror abzuschwören, ohne ihn jedoch direkt für den Schmuggel verantwortlich zu machen. Aus US-Kreisen hieß es allerdings, die palästinensische Autonomiebehörde und ein von Arafat kontrollierter Flügel der PLO seien in den Schmuggel verwickelt gewesen.

Die Nationale Sicherheitsberaterin der USA, Condoleezza Rice, forderte die libanesische Regierung unterdessen auf, gegen die schiitische Hisbollah-Miliz vorzugehen. In einem Interview mit dem Sender LBC am Donnerstagabend sagte sie, die Regierung in Beirut solle das Vermögen der Organisation einfrieren, ihr den Waffenhandel verbieten und keinen Unterschlupf gewähren. Die Hisbollah habe zwar auch andere Funktionen, sei aber nach wie vor eine Terrororganisation, sagte Rice. Die Miliz ist nach Ansicht der USA in die im Roten Meer entdeckte Waffenlieferung verwickelt.

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