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USA kritisieren Verkauf von Yukos-Kernsparte

Die USA haben den Verkauf des Kerngeschäfts des angeschlagenen Yukos-Konzerns an die staatliche russische Ölfirma Rosneft kritisiert.

dpa-afx WASHINGTON/MOSKAU. Die USA haben den Verkauf des Kerngeschäfts des angeschlagenen Yukos-Konzerns an die staatliche russische Ölfirma Rosneft kritisiert. Der stellvertretende Sprecher des US-Außenministeriums Adam Ereli sagte am Donnerstag in Washington, die USA bedauerten die mangelnde Transparenz des Verkaufs. Die Vorgehensweise könnte falsche Signale an ausländische Investoren senden und einen negativen Einfluss auf Russlands Rolle in der Weltwirtschaft haben, sagte Ereli nach Angaben des US-Nachrichtensenders CNN.

Wegen Steuerforderungen gegen Yukos hatte der Staat den Ölförderer Juganskneftegas am vergangenen Sonntag zwangsversteigern lassen. Der Sieger der Auktion, die unbekannte Firma Baikalfinanzgruppe, wurde dann von Rosneft aufgekauft. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Die Baikalfinanzgruppe hatte Juganskneftegas für mehr als sieben Mrd. Euro ersteigert.

Präsident Wladimir Putin hatte den Kauf verteidigt. Er entspreche marktwirtschaftlichen Regeln. Während der Privatisierung der 1990er Jahre hätten einige Unternehmer mit Gesetzesverstößen Milliardenwerte an sich gerissen. "Jetzt nutzt der Staat absolut legale Marktmechanismen, um seine Interessen zu verteidigen", sagte Putin.

Chefvolkswirt: Vorsicht BEI Langfristigen Investitionen IN Russland

Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, rät nach der Zwangsversteigerung zur Vorsicht bei langfristigen Investitionen in Russland. Dem deutschen Auslandsfernsehen DW-TV sagte Walter am Freitag, "die Rechts- und Investitionssicherheit ist derzeit und sicher auch im nächsten Jahr eher in Gefahr". Dagegen dürften die Zahlungsfähigkeit und die Zahlungswilligkeit Russlands wegen der guten Einnahmen aus dem Rohstoffgeschäft "eher günstig sein".

In Russland könne man bei kurzfristiger Amortisation sicherlich investieren, sagte Walter. Bei langfristigen Engagements "sollte man die Unsicherheit in der Rechtssituation und die noch immer starke Dominanz der Regierung und die geringe Bedeutung von Rechtsprechung und Parlament als eine Erschwernis betrachten".

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