USA melden Interesse an
Pakistanische Verhöre Binalshibhs beendet

Die pakistanischen Behörden haben ihre Verhöre des mutmaßlichen Terrordrahtziehers Ramzi Binalshibh beendet.

HB/dpa KARACHI/WASHINGTON/KARLSRUHE. US-Außenminister Colin Powell meldete zugleich das Interesse der USA an Binalshibh an, der maßgeblich an der Planung der Terrorangriffe vom 11. September beteiligt gewesen sein soll und in Hamburg mit dem Todespiloten Mohammed Atta zusammengewohnt hatte. Nach pakistanischen Medienberichten wurde Binalshibh auf einem Schiff der US-Marine vor der pakistanischen Küste verhört.

Der pakistanische Innenminister Moinuddin Haider sagte am Montag in Karachi, seine Beamten hätten die Vernehmung Binalshibhs und elf anderer mutmaßlicher El-Kaida-Terroristen abgeschlossen. Sie waren am Mittwoch in Karachi festgenommen worden. Die pakistanische Zeitung "Ausaf" berichtete, 36 Spezialisten des US-Bundeskriminalamts FBI seien an den Verhören Binalshibhs auf dem Kriegsschiff beteiligt. US-Außenminister Powell bezeichnete die Festnahme Binalshibhs als "ziemlich großen Fang". In einem Interview mit dem Fernsehsender CNN sagte Powell zur Frage einer möglichen Auslieferung: "Ich bin sicher, dass wir uns Zugang zu ihm verschaffen und ihn unter unsere Kontrolle bringen wollen."

Auch bei einer Auslieferung an die USA will die Bundesanwaltschaft ihre Ermittlungen fortführen. Die Ermittlungen würden vorangetrieben, sagte der Sprecher der Behörde, Hartmut Schneider. "Wir bemühen uns weiter um eine Aufklärung des gesamten Sachverhalts." Die Bundesanwaltschaft ließ zunächst offen, ob sie die USA um Hilfe bitten will, um an mögliche Aussagen Binalshibhs zu kommen. Innenminister Otto Schily hatte angekündigt, dass Deutschland zu Gunsten der USA auf Binalshibhs Auslieferung verzichten wolle, wenn Washington sie beantrage. Kurz nach den Anschlägen vom 11. September 2001 hatte Generalbundesanwalt Kay Nehm einen internationalen Haftbefehl gegen Binalshibh erwirkt.

Unterdessen nahm die US-Polizei bei ihrem Schlag gegen eine mutmaßliche Terrorzelle im US-Bundesstaat New York einen sechsten Verdächtigen fest. Das berichteten US-Medien am Montag. Der Mann, der wie die anderen fünf Festgenommenen jemenitischer Abstammung ist und in Lackawanna bei Buffalo lebt, sei von Beamten des Bundeskriminalamtes FBI in Bahrain aufgespürt worden, wo er seine Hochzeit feiern wollte, berichtete die "New York Times".

Die fünf Festgenommen waren am Samstag wegen Unterstützung einer ausländischen Terrororganisation angeklagt worden. Die Männer hätten in einem El-Kaida-Kampflager in Afghanistan trainiert, hieß es in der Anklageschrift. Sie galten als so genannte Schläferzelle, die auf ihren Einsatz zu einem Terroranschlag wartete. Hinweise auf einen bevorstehenden Anschlag fanden die Beamten jedoch zunächst nicht. Die Männer bekannten sich bei ihrem ersten Gerichtstermin nicht schuldig.

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