USA müssen Vormacht sein: Blair will keine multipolare Welt

USA müssen Vormacht sein
Blair will keine multipolare Welt

Der britische Premierminister Tony Blair hat sich für eine Vormachtstellung der USA und gegen eine "multipolare Welt" ausgesprochen. "Einige wollen eine so genannte multipolare Welt, in der man verschiedene Machtzentren hat, aber ich glaube, dass sich diese schnell zu rivalisierenden Machtzentren entwickeln würden", sagte Blair in einem Interview der "Financial Times" (Montagausgabe). "Und andere, zu denen ich auch gehöre, glauben, dass wir (nur) einen Machtpol brauchen."

HB/dpa LONDON. Bei einer Pressekonferenz in London führte er aus, nur als enger Verbündeter der USA könne Europa mächtiger werden, nicht aber als "rivalisierendes Machtzentrum". Die Meinungsverschiedenheiten in der Irak-Politik hätten in den vergangenen Wochen schon zu einer "sehr schwierigen Situation" geführt. Eine Vertiefung dieses Risses wäre eine "Katastrophe", sagte Blair. "Die Werte Europas und Amerikas sind die gleichen." Deshalb sei eine "strategische Partnerschaft" mit Washington auch im Interesse von Ländern wie Frankreich und Deutschland.

"Frankreich bleibt ein wichtiger Verbündeter für Großbritannien", stellte Blair klar. Er sei dagegen, Frankreich für seine US-kritische Haltung im Irak-Konflikt zu "bestrafen". Doch er betonte auch: "Es gibt hier ein Problem zwischen Amerika und Europa, das wir lösen müssen. Ich will nicht, dass Europa sich in Opposition zu Amerika begibt. Das wäre gefährlich und destabilisierend."

Europa dürfe nicht versuchen, ein Gegengewicht zu den USA zu bilden, da dies die Regierung in Washington nur darin bestärken würde, künftig ohne Absprache mit anderen Ländern ihre Ziele zu verfolgen. Spekulationen, er wolle erster Präsident der Europäischen Union werden, erteilte Blair eine Absage: "Das ist kein Job, den ich machen wollte, nein."

Britische Regierungsmitglieder äußerten sich kritisch zu einem Treffen Deutschlands, Frankreichs, Belgiens und Luxemburgs über eine engere Verteidigungskooperation. Von diesem Treffen könne eine "Botschaft der Uneinigkeit" ausgehen, sagte Verteidigungsminister Geoff Hoon in der französischen Presse. Der Europa-Staatssekretär Denis MacShane wurde im "Independent" mit den Worten zitiert: "Die Vorstellung einer europäischen Verteidigung auf der Grundlage von Belgien, aber ohne England - ich frage mich, ob das wirklich ernst gemeint sein kann."

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