USA setzen Umgruppierung der Streitkräfte fort
Taliban und El Kaida formieren sich offenbar neu

In Afghanistan haben sich Kämpfer der radikal-islamischen Taliban und El Kaida nach Angaben aus Regierungskreisen in vier Provinzen neu formiert. Im Kampf um die Bergfestung Schahi Kot in Ostafghanistan zogen die US-Streitkräfte am Montag weitere Soldaten ab.

Reuters KABUL/SORMAT. Es lägen Geheimdienstinformationen vor, dass in den Provinzen Wardak, Ghasni, Chost und Paktia bewaffnete Taliban und El-Kaida-Kämpfer des Moslem-Extremisten Osama bin Laden aktiv seien, sagte ein ranghoher Berater von Verteidigungsminister Mohammad Fahim, der nicht genannt werden wollte, der Nachrichtenagentur Reuters. Die Regierung in Kabul wolle in den kommenden beiden Tagen bis zu 5000 Soldaten in diese Regionen verlegen.

In Paktia kämpfen bereits seit mehr als einer Woche afghanische Soldaten mit US-Unterstützung gegen El-Kaida-Kämpfer, die sich dort in der Bergfestung Schahi Kot verschanzt halten. Am Montag zogen die US-Streitkräfte dort weitere Truppen ab, nachdem sie am Wochenende rund 400 Soldaten - etwa ein Drittel der Gesamtzahl - aus dem Kampfgebiet verlegt hatten. Die abgezogenen Truppen wurden von Hunderten Soldaten der afghanischen Übergangsregierung ersetzt. Die USA machen El Kaida und die Taliban für die Anschläge vom 11. September verantwortlich.

"Wir setzen die Umgruppierung unserer Streitkräfte fort", sagte US-Major Bryan Hilferty, ohne genaue Zahlen zu nennen. Mindestens vier US-Hubschrauber des Typs MH-47 "Chinook" landeten auf dem Flughafen von Bagram, 80 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kabul. Aus jedem stiegen etwa 40 US-Soldaten in Kampfausrüstung. Eine kleinere Zahl an Soldaten bereitete sich vor, um ins Kampfgebiet verlegt zu werden.

Ein US-Armeesprecher sagte, die Soldaten müssten sich nach einer Woche in der eisigen Kälte in den bis zu 3700 Meter hohen Bergen erholen. Die "Operation Anaconda" werde jedoch fortgesetzt. Es befänden sich noch rund 800 US-Soldaten in dem Kampfgebiet, das rund 150 Kilometer südlich von Kabul liegt.

In Washington sagte Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, die US-Streitkräfte würden bei der Offensive bei Gardes weiter dabei sein. Er sagte, es seien einige El-Kaida-Kämpfer festgenommen worden und würden nun verhört. Ob auch gesuchte Extremisten und ehemalige Vertreter des Taliban-Regimes unter den Toten seien, wisse er nicht. Er hoffe, dass die Gefechte um die Bergfestung Schahi Kot noch diese Woche siegreich beendet werden könnten.

Von den rund 1000 El-Kaida-Kämpfern in der Gegend seien nur noch 100 bis 200 übrig, sagte ein ranghoher US-Offizier. Sie seien Fanatiker und bereit zu sterben. US-Oberstleutnant Chris Bentley, der die Zielerfassung der Luftangriffe in der Region koordiniert, sagte, mit Präzisionsbomben seien mehr als 20 Höhlen zerstört worden, die den El-Kaida-Kämpfern als Unterschlupf dienten. Der gesamte Höhlenkomplex sei erstaunlich groß.

Krieg nach afghanischer Art

Die ins Kampfgebiet verlegten afghanischen Soldaten gehören zu 1000 Soldaten, die das Verteidigungsministerium in Kabul am Freitag nach Gardes in die Provinz Paktia entsandt hatte. Sie rückten mit Panzern und offenen Lastwagen an die Front vor, bewaffnet mit den unterschiedlichsten Waffen - von Messern bis zu Granatwerfern. Die afghanischen Soldaten - zumeist Tadschiken - füllten dort die Lücke, wo die US-Armee abgezogen sei, sagte Provinzgouverneur Tadsch Mohammad Wardak.

"Die Zeit ist reif für einen Krieg nach afghanischer Art", sagte einer der Offiziere der nachrückenden Soldaten, Kommandeur Burhanuddin. "Wir kennen das Terrain besser, und wir sind schneller." Die Kämpfe träten nun in eine neue Phase. "Wir sind Guerillas, und die Krieger, denen wir gegenüber stehen, halten sich im Kampf nicht an Regeln.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%