USA spielen größere Rolle
Schering setzt auf bisherige Stärken

Der Berliner Pharma-Konzern Schering setzt bei seinem forcierten Wachstumskurs auf die bisherigen Stärken. "Wir denken an benachbarte Felder unserer Kompetenzen Hormone, Multiple Sklerose, Blutkrebs und Kontrastmittel - eine Erweiterung unserer eigenen Aktivitäten als auch Zukäufe sollen immer nur sinnvolle Ergänzungen sein", sagte der Vorstandsvorsitzende Hubertus Erlen am Dienstagabend vor Journalisten in Frankfurt.

HB/dpa FRANKFURT. Der Pharma-Spezialist will bis 2007 seinen Umsatz von derzeit fünf auf sieben Milliarden Euro steigern. Dabei stehen die USA künftig stärker im Mittelpunkt.

Mögliche Akquisitionen dürften nicht die Strategie verwässern. "Es muss in unser Konzept passen", betonte Erlen. Auf keinen Fall solle der Größe willen zugekauft werden. Wie bislang seien Führungspositionen in sehr begrenzten Geschäftsfeldern das Ziel. Als Beispiele für neue Aktivitäten nannte Erlen die Hormonbehandlung von Männern gegen Alterserscheinungen oder zur Verhütung. Derzeit bilden Hormone für Frauen einen der Geschäftsbereiche von Schering.

Die USA würden in Zukunft eine noch größere Rolle spielen. Hier soll der Umsatz von aktuell einer Milliarde Dollar (0,86 Mrd Euro) bis 2006 auf zwei Milliarden Dollar verdoppelt werden. Derzeit machen die Vereinigten Staaten bereits ein Viertel des Geschäfts von Schering aus. Die Hinwendung zum US-Markt sei aber keine "Abwendung von Deutschland". Die Wachstumsaussichten des amerikanischen Pharma- Marktes seien deutlich besser als in Europa. In Deutschland, wo Schering zehn Prozent der Erlöse erwirtschaftet, arbeiten 10 000 der 26 000 Mitarbeiter, in den USA sind es 4000.

An der Sanierung des maroden Gesundheitssystems in Deutschland müsse sich die Pharma-Branche durch innovative Produkte beteiligen. Die vorgesehene bessere Information der Patienten über die tatsächlichen Kosten und ein stärkerer Wettbewerb bei den Leistungserbringern wie Krankenkassen und Pharmaherstellern gingen "in die richtige Richtung".

Um den Anreiz zur Innovation zu erhalten, muss nach Meinung des Schering-Chefs unbedingt der Patentschutz für die Branche erhalten bleiben. "Wer zwölf Jahre lang teure Daten für Zulassungsbehörden sammelt und dafür mehr als 500 Millionen Dollar investiert, braucht in den Jahren danach die Monopolrendite." Das Auslaufen von Patentrechten spiele für Schering vergleichweise aber nur eine geringe Rolle, da permanent neue Produkte entstünden. Bis 2005 seien nur vier Prozent der Umsätze betroffen.

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