USA und Australien verbieten Fleischimport
Uno warnt vor weltweiter Ausbreitung von MKS

Der Virus kann sich über den Wind und durch den Abfall von Schiffen und Flugzeugen verbreiten, deshalb ist sei eine weltweite Verbreitung der Maul- und Klauenseuche (MKS) möglich. Die USA und Australien haben eigene Schutzmaßnahmen ergriffen. Fleischimport aus EU-Ländern ist verboten worden. Australien hat sogar ein totales Fleischimport-Verbot für fast alle Ländern erlassen.

Reuters/dpa ROM/SYDNEY. Die Uno hat vor einer weltweiten Verbreitung der Maul- und Klauenseuche (MKS) gewarnt und die internationale Gemeinschaft zu schärferen Gegenmaßnahmen gedrängt. Yves Cheneau von der Organisation für Ernährung und Landwirtschaft der Vereinten Nationen (FAO) sagte am Mittwoch in Rom, Einwanderer und Touristen müssten strikter kontrolliert werden. Ebenso müsse die Einfuhr von Lebensmitteln, darunter auch die, die Reisende mitführten, genauer überwacht werden. Cheneau ist FAO-Experte für Maul- und Klauenseuche. Die Krankheit war am Dienstag in Frankreich festgestellt worden und hatte damit erstmals von Großbritannien auf das europäische Festland übergegriffen.

Auch durch Abfall von Schiffen und Flugzeugen könne die Tierseuche verbreitet werden, sagte Cheneau, der die FAO-Abteilung für Tiergesundheit leitet. "Jedes Land auf der Welt könnte verseucht werden." Betrachte man den Weg, auf dem das Virus sich verbreite, sei klar, dass jedes Land bedroht sei. Die Maul- und Klauenseuche ist hoch infektiös und kann sich über die Reifen von Autos und sogar den Wind verbreiten. Befallen werden Klauentiere wie Rinder, Schweine, Ziegen und Schafe. Für Menschen ist die Seuche harmlos.

USA und Australien reagieren mit Importverbot

Die USA haben am Dienstag den Fleischimport aus der Europäischen Union (EU) untersagt, nachdem der MKS-Fall in Frankreich bestätigt worden war. Dort war die Seuche auf einem Hof bei La Baroche-Gondouin im Nordwesten des Landes nachgewiesen worden. Die EU verhängte eine vorläufiges Exportverbot für Klauentiere aus Frankreich. In Großbritannien sind seit dem Ausbruch der Krankheit vor rund drei Wochen in rund 200 Betrieben zahlreiche Bauernhöfe und Schlachthöfe unter Quarantäne gestellt.

Australien hat am Mittwoch ein totales Importverbot für Fleisch- und Fleischprodukte aus fast der ganzen Welt erlassen. Das Verbot durch die australische Quarantänebehörde schließt Milchprodukte und Leder ein. Nachbar Neuseeland ging nicht ganz so weit und untersagte lediglich die Einfuhr von Produkten aus der EU und Argentinien.

Australien lebt von seiner Landwirtschaft

In Australien und Neuseeland hat die Landwirtschaft enorme volkswirtschaftliche Bedeutung. In Australien wird der Tierbestand derzeit auf 20 Mill. Stück Rindvieh und 100 Mill. Schafe geschätzt. Dort hat es lediglich im 19. Jahrhunderts kleine Ausbrüche der Seuche gegeben, die aber schnell unter Kontrolle gebracht werden konnte. Vor allem Australien bemüht sich, dass seine Importquote für Rindfleisch in die EU erhöht wird. Außerdem können die Australier mit alternativen Fleischarten wie Känguru und Emu aufwarten.

Betroffen von den neuen Maßnahmen sind auch Touristen aus Europa. Alle Einreisenden werden am Flughafen von Beamten der Quarantänebehörden genau befragt, ob sie sich in den vergangenen Wochen in der Nähe eines betroffenen Hofes aufgehalten haben. Sogar in Australien eintreffende Post wird auf die Seuche hin untersucht.

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