USA und Großbritannien die größten Gewinner
Analysten erwarten keine großen Marktreaktionen

Die von Morgan Stanley Capital International (MSCI) am Wochenende veröffentlichten Indizes werden nach Aussage von Analysten am Montag keine großen Bewegungen an den Kapitalmärkten hervorrufen.

vwd LONDON. Die vorgenommenen Umstellungen durch Zugrundelegung des Free-Float bei der Gewichtung seien mit ganz wenigen Ausnahmen erwartet worden, hieß es am Sonntag. Sollten die Leute nicht die ganze Zeit geschlafen haben und erst am Montag aufwachen, dürften es keine großen Schwankungen bei den Aktienkursen geben, meint Todd Kennedy, Derivatenstratege bei Merrill Lynch.

Wie erwartet waren die USA und Großbritannien die größten Gewinner der Indexumstellungen, während Japan, Frankreich und Deutschland am meisten Gewicht verloren. Auch der Gewichtsverlust der Schwellenmärkte gegenüber den nun noch höher gewichteten entwickelten Märkten war keine Überraschung, und die reduzierte Gewichtung der Telekom-Branche ebenfalls nicht.

Nichtberücksichtigung von Commerzbank und BMW überrascht

Zu den wenigen Überraschungen aus deutscher Sicht gehörte die Nichtaufnahme der Aktien der Commerzbank AG, Frankfurt, und der Bayerische Motorenwerke AG, München in den MSCI Germany. Unberücksichtigt blieben auch die Aktien von Orange SA, Paris. Unerwartete MSCI-Neulinge waren dagegen die Aktien der Compagnie Financiere Richemont AG, Zug, und der japanischen UFJ Holdings Inc.

Calvin Ho, Leiter des Research von MSCI in Asien, sagte zum weiteren Vorgehen, durch das geplante zweistufige Implemetierungsverfahren bekämen die Marktteilnehmer ausreichend Zeit zu entscheiden, ob sie ihre Portfolios an den provisorischen- oder den Standardindizes ausrichten wollten. Er würde sich nicht wundern, wenn die meisten Positionierungen bereits gelaufen seien, sagte Ho.

Tatsächliche Neugewichtung liegt nahe bei den Analystenprognosen

Selbst Analysten, die bisher der Meinung gewesen waren, die Umstellung der MSCI-Indizes würden zu großen Umschichtungen führen, glauben das inzwischen nicht mehr. Der Grund dafür ist, dass die tatsächlichen Neugewichtungen nahe bei den Analystenprognosen gelegen haben. Einzig der japanische Aktienmarkt könnte etwas stärker reagieren, meint Seng Wun Song von G.K. Go Research. Dies allerdings vor allem deshalb, weil nach den jüngsten Gewinnen des Nikkei ein günstiger Zeitpunkt für Gewinnmitnahmen gekommen sei. Dagegen könnte die höhere Gewichtung Südkoreas, Taiwans und Chinas in den MSCI-Indizes die in den vergangenen sechs bis neun Monaten zu beobachtenden Kapitalflüsse in diese Länder verstetigen.

Wenig aufgeregt zeigt sich auch Mark Mobius, President von Templeton Emerging Markets Fund Inc, obwohl gerade sein Gebiet besonders hart betroffen ist. Mobius, der allerdings keine Indizes nachbildet, meint: "Das ist alles schon eingepreist." Ein anderer Fondmanager sagte, selbst Indexgeführte Fonds dürften nicht sofort auf die Veröffentlichung der provisorischen MSCI-Indizes reagieren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%