USA und Südkorea zahlen Rekordprämien
Auch der Rubel rollt

Erst rollt der Ball, dann der Rubel - und für die besten Russen sogar ein Porsche. Prämien im Spektrum zwischen Bescheidenheit und Größenwahn sollen den Fußball-Profis bei der am 31. Mai beginnenden Weltmeisterschaft Beine machen, Siege belohnen und den Champions am Ende den Titel mit sechsstelligen Summen versüßen.

dpa HAMBURG. Guinness schießt den Vogel ab: Eine Million Dollar (1,09 Millionen Euro) lobt die weltbekannte Brauerei für jene afrikanische Mannschaft aus, die den World Cup erstmals in der WM-Geschichte auf den Schwarzen Kontinent holt.

Eine fürstliche Prämie unter den 32 Teams hat Südkorea ausgelobt. Solch einen (symbolischen) Bonus kann sich der krasse Außenseiter aber auch locker leisten. Sollte der Co-Gastgeber am 30. Juni in Yokohama tatsächlich den Titel erobern, wären für jeden südkoreanischen Kicker 500 Millionen Won fällig - rund 433 000 Euro. Obendrein winkt den südkoreanischen Profis im Fall des Achtelfinal- Einzuges sogar der Erlass der 26 bis 30 Monate dauernden Wehrpflicht. Super-Sieger und auf einen Schlag Milliardär wäre im - äußerst unwahrscheinlichen - Endspiel-Sieg Südkoreas Trainer Guus Hiddink: Der ehemalige Bondscoach würde für den WM-Titel einen Extra-Bonus von einer Milliarde Won (865 000 Euro) kassieren.

Gegen die satten Erfolgshonorare der Franzosen (268 000 Euro pro Spieler für die Titelverteidigung), Brasilien (220 000 Euro), Kroatien (195 000 Euro), Belgien (176 000 Euro für Finale) und Italien (170 000 Euro) nimmt sich die Prämie für die 23 deutschen Hoffnungsträger bescheiden aus: Jeweils 92 000 Euro gibt's für Kahn & Co. - aber erst, wenn der vierte WM-Titel im Sack ist. Scheitert die Auswahl von Teamchef Rudi Völler bereits in der Vorrunde, werden die deutschen Fußball-Millionäre gar auf "Nulldiät" gesetzt.

Die amerikanischen Soccer-Boys können gleich um eine halbe Million Dollar (543 000 Euro) reicher werden, müssten dann beim Durchmarsch zum WM-Triumph sämtliche sieben Spiele gewinnen. In England hüllt man sich in punkto Prämien vornehm in Schweigen. "Wir diskutieren so etwas nicht in der Öffentlichkeit", meine eine Sprecherin des Verbandes FA. Die Nachrichtenagentur Press Association berichtete allerdings, dass jeder englische Kicker 320 000 Euro für den WM-Titel einsacken könnte.

Vom großen Titelfavoriten Argentinien war bisher nichts zu erfahren; angesichts der Krise in dem südamerikanischen Land sind Finanzplanungen derzeit wohl eine Rechnung mit zu vielen Unbekannten. Der spanische Fußball-Verband hat die Prämiensummen noch nicht ausgehandelt, aus Portugal und Nigeria sickerten bisher nur spekulative Zahlen durch.

Auch die Russen mauern. Dabei gibt es für jeden Sieg der "Sbornaja" auf jeden Fall ein glänzendes Geschenk - einen Porsche Boxster im Wert von rund 110 000 Euro. Der beste Kicker jedes Spiels, das Russland bei der WM-Endrunde in Japan und Südkorea (31. Mai bis 30. Juni) gewinnt, fährt mit dem Luxus-Sportwagen ab. Doch der kommt nicht vom Verband, sondern von einer russischen Ölfirma.

1:200-Außenseiter Tunesien spendiert jedem Spieler 50 000 Dollar (rund 54 000 Euro) pro Sieg. Die gleiche Summe steht auf den Schecks der Mexikaner - wenn sie ins Viertelfinale kommen. Uruguay zahlt jedem Kicker bescheidene 19 000 Euro für die Vorrunde.

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