Archiv
USA warnen vor weiteren Anschlägen

Die USA haben nach Informationen der japanischen Nachrichtenagentur Jiji ihre Verbündeten vor weiteren Anschlägen bis zum Wochenende gewarnt. Jiji meldete, sie habe am Samstag aus Regierungskreisen erfahren, eine zweite Welle könnte noch größere Ausmaße haben als die Anschläge in den USA am 11. September.

Reuters TOKIO. Bei den Angriffen mit gekaperten Passagierflugzeugen wurden vermutlich fast 7000 Menschen getötet. Als mögliche neue Ziele seien Mitgliedsstaaten der NATO und Pakistan genannt worden, meldete Jiji. Auch Japan könne nicht als Anschlagsziel ausgeschlossen werden, nachdem die Regierung den USA ihre Unterstützung für Vergeltungsmaßnahmen zugesagt hatte. Die US-Botschaft in Tokio erklärte am Sonntag, es gebe keine neuen Erkenntnisse über eventuelle neue Anschläge.

"Die Mittel der Terroristen" bei neuen Anschlägen würden "grausamer und schockierender" sein als bei den Anschlägen auf das World Trade Center in New York und das Verteidigungsministerium bei Washington, zitierte Jiji die Regierungskreise. Die US-Regierung vermute, dass die Gruppe um den Islamisten Osama bin Laden auch Angriffe mit biologischen und chemischen Waffen erwäge. Nach Informationen der USA sei diese Gruppe im Besitz kleiner Flugzeuge, um aus der Luft Pocken- und Milzbrand-Erreger zu versprühen, meldete Jiji weiter.

Der US-Botschaft in Tokio zufolge gibt es keine neuen Erkenntnisse über eine eventuelle zweite Welle von Anschlägen. Es gelte immer noch der vom US-Außenministerium offiziell bekannt gegebene Informationsstand, teilte die Botschaft am Sonntag mit. Nach den Anschlägen am 11. September hatte die US-Regierung mitgeteilt, sie sei besorgt über Informationen über eine geplante zweite Welle von Anschlägen in den USA. Verdächtigt würden Gruppen mit Verbindungen zu bin Laden. Der aus Saudi-Arabien stammende Millionär gilt in den USA als Drahtzieher der jüngsten Anschläge.

Das "Time Magazin" berichtete am Samstag, US-Ermittler hätten bei ihrer Suche nach den Hintermännern der Anschläge in den USA eine Anleitung für die Bekämpfung von Getreideschädlingen aus der Luft gefunden. Aus Sorge vor Anschlägen mit chemischen und bakteriologischen Waffen wurde dem Magazin zufolge allen Sprühflugzeugen bis einschließlich Sonntag Flugverbot erteilt. Die amerikanische Bundespolizei FBI kommentierte den Bericht nicht.

Der japanische Ministerpräsident Junichiro Koizumi bekräftigte bei einer Trauerfeier für die Opfer der Anschläge die Solidarität seines Landes mit den Vereinigten Staaten. Seine Regierung habe bereits Maßnahmen eingeleitet, um den USA bei einem eventuellen Militärschlag logistische Unterstützung zu bieten. Außerdem spende sein Land zehn Mill. $ für die Rettungs- und Aufräumarbeiten. Koizumi wird am Dienstag zu einem Treffen mit US-Präsident George W. Bush in Washington erwartet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%