USA wollen Demoktratie im Nahen Osten fördern
Ägypten kritisiert Powells Nahost-Plan

Mit Ägypten hat am Freitag einer der engsten arabischen Verbündeten der USA die neue Nahost-Initiative von US-Außenminister Colin Powell kritisiert. Die Initiative sei von guten Absichten geprägt, verfehle aber das Kernproblem der Region, nämlich den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern, sagte der ägyptische Außenminister Ahmed Maher einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur Middle East zufolge.

Reuters KAIRO/BEHTLEHEM. Powell hatte am Vortag einen Plan vorgestellt, mit dem die USA Demokratie und offene Märkte im Nahen Osten fördern wollen. Das Land wirbt derzeit um die Unterstützung arabischer Staaten für sein Vorgehen zur Abrüstung Iraks. In Bethlehem im Westjordanland erschoss die israelische Armee einen militanten Palästinenser und die radikal-moslemische Gruppe Hamas schwor Israel baldige Rache für den Tod mehrerer Palästinenser.

Powells Plan "geht nicht das grundlegende Problem an, das die Ursache für all die anderen Probleme der Region ist", sagte Maher der Agentur zufolge. Der Nahe Osten sei darauf angewiesen, dass die israelische Besetzung palästinensischer Gebiete ende. Dies erst gebe allen Völkern der Region die Chance, in Frieden und Kooperation zusammenzuleben sowie Wohlstand und eine bessere Zukunft zu schaffen.

Powell hatte eine Partnerschaft Naher Osten und dafür US-Hilfen in Höhe von 29 Mil. $ im Jahr (rund 29 Mill. Euro) in Aussicht gestellt. Mit dem Geld sollten Wirtschaftsreformen, eine liberale Bildung, Formen der politischen Beteiligung und Bürgergruppen unterstützt werden, sagte er in Washington. Als Voraussetzung für Fortschritte im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern nannte Powell erneut ein Ende der Gewalt auf palästinensischer Seite und eine Reform der palästinensischen Institutionen sowie deren Führung. Die USA und Israel werfen der palästinensischen Autonomieverwaltung vor, nicht genug gegen radikale und militante Kräfte zu unternehmen.

Hamas: Unserer Antwort kommt bald

Die militante Hamas veranstaltete aus Anlass ihres 15-jährigen Bestehens eine Großdemonstration im Gaza-Streifen. "So Gott will, werden wir uns rächen", tönte es dabei aus zahlreichen Lautsprechern. "Unsere Antwort kommt bald." Die Hamas hat das Ziel Israel zu zerstören und ist gegen jeden Kompromiss der Palästinenser. Seit Beginn des Aufstandes vor mehr als zwei Jahren hat sie zahlreiche Attentate auf Israelis verübt. Bei dem Aufstand sind bislang fast 2400 Menschen getötet worden.

In der Nähe der Stadt Bethlehem im Westjordanland töteten israelische Soldaten ein Mitglied der militanten Gruppe Islamischer Dschihad. Der 32-Jährige sei bei einem Gefecht ums Leben gekommen, hieß es in israelischen Militärkreisen. Augenzeugen sagten dagegen, die Armee habe das Haus des Mannes umstellt. Sie sei nicht beschossen worden. Die Soldaten hätten drei weitere Männer festgenommen. Am Vortag hatten Palästinenser zwei Israeli in Hebron getötet. An der Grenze des Gaza-Streifens zu Israel erschossen Soldaten fünf Palästinenser, die den Grenzzaun überwinden wollten. Die Männer seien auf der Suche nach Arbeit gewesen, sagten Angehörige. Der Armeerundfunk berichtete unter Berufung auf hochrangige Militärkreise, es sei unwahrscheinlich, dass sich die Armee vor Weihnachten aus Bethlehem zurückziehen werde. Sowohl Israelis wie auch Palästinenser betrachten die Stadt als Geburtsort von Jesus Christus.

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