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USA wollen "Echelon"-Abhörstation in Oberbayern aufgeben

ddp MüNCHEN. Die USA wollen nach Angaben des "Münchner Merkur" ihre Abhörstation im oberbayerischen Bad Aibling aufgeben. Der weltweit drittgrößte Horchposten der USA, der seit 30 Jahren von verschiedenen US-Geheimdiensten genutzt wird, soll im September 2002 abgeschaltet werden, berichtet das Blatt unter Berufung auf ein Dossier des Geheimdienstes der US Army. Darin heißt es den Angaben zufolge, das Pentagon habe die Entscheidung im Rahmen einer Neuordnung der US-Streitkräfte in Europa getroffen. Der Kommandant der Abhörstation, Clyde Harthcock, bestätigte dem Blatt am Donnerstag die geplante Schließung. Nach Informationen der Zeitung wird in deutschen Sicherheitskreisen darüber spekuliert, der Bundesnachrichtendienst (BND) werde die US-Anlage übernehmen, wenn das Areal Ende 2003 an die Bundesrepublik zurückfällt.

Nach dem Konzept des "US Army Intelligence Command" sollen die 1 800 amerikanischen Mitarbeiter "in andere Einsatzgruppen" versetzt werden. Die Zukunft der 150 deutschen Mitarbeiter sei unklar, sagt Harthcock. Zur Zeit werde ein Sozialplan erarbeitet.

Die Anlage in Bad Aibling ist zentraler Bestandteil des globalen Abhörsystems "Echelon", dessen Existenz kürzlich auch ein Ausschuss des Europäischen Parlaments zweifelsfrei nachgewiesen hatte. "Echelon" wird von den USA und in Zusammenarbeit mit England, Kanada, Australien und Neuseeland betrieben. Den USA war wiederholt vorgeworfen worden, von der Anlage in Oberbayern, die neben Menwith Hill in Großbritannien der größte amerikanische Horchposten außerhalb der USA ist, deutsche Wirtschaftsunternehmen ausspioniert zu haben.

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