USA wollen Streitmacht im Pazifik verstärken: Südkorea lehnt einseitiges Vorgehen ab

USA wollen Streitmacht im Pazifik verstärken
Südkorea lehnt einseitiges Vorgehen ab

Im Zusammenhang mit dem Konflikt um Nordkoreas Atomprogramm schließt Südkorea ein einseitiges militärisches Vorgehen der USA gegen den kommunistischen Staat aus. Der für Seouls Nordkorea-Politik zuständige Vereinigungsminister Jeong Se Hyun wies am Mittwoch in Interviews koreanischer Rundfunkstationen Befürchtungen wegen eines möglichen US-Angriffs auf Nordkorea als "grundlos" zurück.

HB/dpa SEOUL/WASHINGTON. Die USA wollen nach den militärischen Drohgebärden Nordkoreas ihre Streitmacht im Pazifik verstärken. Auch kündigte das Weiße Haus wegen der Verfolgung eines amerikanischen Spionageflugzeugs durch nordkoreanische Abfangjäger über dem Japanischen Meer einen offiziellen Protest an.

Die Verlegung von mehr Bombern in den West-Pazifik sei jedoch kein "aggressiver Akt", teilte das Verteidigungsministerium in Washington am Dienstagabend mit. Nach US-Medienberichten ordnete Verteidigungsminister Donald Rumsfeld die Verlegung von 24 Bombern auf den Stützpunkt Guam an. Die Pazifikinsel liegt etwa 4000 Kilometer südöstlich von Nordkorea.

Es handele sich um eine seit längerem geplante Stationierung, sagte Rumsfeld. Dies sei keine Reaktion auf den jüngsten Zwischenfall am Sonntag im Luftraum über dem Meer zwischen der koreanischen Halbinsel und Japan. Nach US-Angaben hatten sich dabei vier nordkoreanische MiG-Kampfjets einem Aufklärungsflugzeug bis auf 15 Meter genähert. Der Aufklärer war jedoch unbeschadet zu seinem Stützpunkt in Okinawa zurückgekehrt.

Bezüglich Nordkorea hätten die USA während der mehr als 50 Jahre bestehenden Allianz mit Südkorea niemals einseitig gehandelt, sagte Südkoreas Vereinigungsminister. "Wie können die USA Südkorea in seiner Politik zu Nordkorea ignorieren?" fragte Jeon. Die Südkoreaner könnten beruhigt sein, da es die gemeinsame Haltung Seouls und Washingtons sei, die nordkoreanische Nuklearfrage friedlich zu lösen. Jeon bewertete zugleich den jüngsten militärischen Vorfall als weiteren Versuch Pjöngjangs, Washington an den Verhandlungstisch zu zwingen.

Südkoreas Präsident Roh Moo Hyun nannte indes in einem am Dienstag veröffentlichten Interview der britischen Zeitung "The Times" den Luftraum-Zwischenfall angesichts der häufigen US-Aufklärungsflüge zur Beobachtung der Nuklearaktivitäten Nordkoreas als "sehr voraussehbare Kette von Ereignissen". "Ich rufe die USA auf, nicht zu weit zu gehen", wurde Roh zitiert.

Ungeachtet des Zwischenfalls über dem Japanischen Meer bekräftigte auch US-Präsident George W. Bush, die Bemühungen um eine diplomatische Beilegung des Atomstreits mit Nordkorea fortzusetzen. In einem am Dienstag veröffentlichten Gespräch mit 14 Zeitungen sagte Bush, Nordkorea müsse davon überzeugt werden, dass Drohungen gegen die USA falsch seien. China, Russland, Südkorea und Japan sollten sich zusammen mit den USA um eine Lösung des Konflikts bemühen.

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