Usbekenführer Dostum soll Soldaten entsenden
USA sendet 300 weitere Soldaten nach Afghanistan

Wie das Pentagon am Donnerstag mitteilte, wurden 300 weitere US-Soldaten in das Kampfgebiet in den Arma-Bergen entsandt. Die Regierung in Kabul schickte 1000 weitere Soldaten in die Provinz Paktia.

afp KABUL/GARDES. Laut einem afghanischen Komandeur sollte auch der usbekische Kriegsherr Abdul Raschid Dostum Truppen entsenden. Derzeit sind rund 2000 Soldaten der USA und ihrer Alliierten im Einsatz, darunter auch Deutsche. Der afghanische Exilkönig Mohammed Sahir Schah nannte die US-Offensive "stupide und unnütz".

Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums wurden zudem rund ein Dutzend Apache-Kampfhubschrauber für die "Operation Anaconda" abgestellt. Die von der Übergangsregierung entsandten Kämpfer unter dem Kommando von General Gul Haider sollen gegen El-Kaida-Mitglieder "und andere Terroristen" kämpfen, wie das Verteidigungsministerium in Kabul mitteilte. Wie der afghanische Kommandeur Mohammed Isak ankündigte, sollen neben Dostum auch der Hasara-Führer Mohammed Karim Chalili und andere Truppenführer Soldaten für die Offensive bereitstellen. Ein Dutzend gepanzerte Fahrzeuge verließen die afghanische Hauptstadt in Richtung des Kampfgebiets. Währenddessen setzten Kampfflugzeuge vom Typ B-52 ihre Angriffe auf mutmaßliche Stellungen ihrer Gegner fort.

Bei den Angriffen der Koalition am Mittwoch wurden nach Angaben eines US-Militärsprechers mehr als hundert mutmaßliche El-Kaida-Kämpfer getötet. Er betonte, es seien zusätzliche El-Kaida-Kämpfer in die Kampfregion eingesickert. Die Gesamtzahl könne mittlerweile bei über tausend liegen. US-General Frank Hagenbeck hatte am Mittwoch von 600 bis 700 Kämpfern gesprochen, von denen etwa die Hälfte getötet worden sei. Bei der bisher größten Bodenoffensive seit Beginn des Afghanistan-Feldzugs sind bislang mindestens acht US-Soldaten getötet worden.

Exilkönig Mohammed Sahir Schah forderte, die US-Angriffe müssten sofort gestoppt werden. Der Terrorismus sei kein afghanisches Phänomen, bei den El-Kaida-Kämpfern handele es sich um Ausländer, sagte der 87-Jährige der italienischen Tageszeitung "La Stampa". Der seit seinem Sturz 1973 in Italien lebende Monarch will vor dem 21. März in seine Heimat zurückkehren. An diesem Tag beginnt nach afghanischer Zeitrechnung das neue Jahr. Der afghanische Übergangspräsident Hamid Karsai versicherte unterdessen, dass die US-Truppen ihre Angriffe fortsetzen sollten, solange es notwendig sei.

Der französische Verteidigungsminister Alain Richard erklärte derweil, der mutmaßliche Terroristenführer Osama bin Laden sei vermutlich tot. Es bestehe eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Bin Laden während der Angriffe der Anti-Terror-Koalition auf Afghanistan getötet worden sei, sagte Richard im Radiosender Europe 1. Der ebenfalls fieberhaft gesuchte Taliban-Chef Mullah Mohammed Omar sei dagegen im Süden Afghanistans aufgespürt worden; er werde aber "von Stammesgruppen geschützt".

Zur Bildung der künftigen afghanischen Nationalarmee soll jede der 32 Provinzen des Landes je 200 Soldaten nach Kabul entsenden. Diese sollten dort innerhalb eines Monats ausgebildet werden und die erste Division mit rund 6000 Mann bilden, teilte das Verteidigungsministerium in Kabul mit.

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