Uschi Disl hofft auf Massenstart - Frank Luck sieht Mini-Chance für Staffel
Schwere Stunden für die Biathlon-Routiniers

Uschi Disl und Frank Luck sind in diesen Tagen der Biathlon-WM von Oberhof nicht zu beneiden: Es könnte ihre letzte Weltmeisterschaft sein - und die müssen sie sich freilich aus unterschiedlichen Gründen möglicherweise komplett als Zuschauer ansehen.

HB OBERHOF. Für Frank Luck ist es definitiv seine letzte Biathlon-Weltmeisterschaft. Sie könnte zur traurigsten werden. Vor heimischem Publikum wollte der 36 Jahre alte Routinier im deutschen Team den krönenden Abschluss feiern, doch "Lucky" muss sich mit der Zuschauerrolle abfinden - wohl auch für den Rest der Titelkämpfe. Am Dienstag entschied sich Bundestrainer Frank Ullrich gegen den zehnmaligen Weltmeister beim Einzelrennen über 20 Kilometer am Mittwoch. Damit dürfte auch die Chance für die Staffel dahin sein, "obwohl wir die endgültige Entscheidung darüber erst am Donnerstag treffen", erklärte Ullrich. Für den Massenstart der 30 Besten zum WM-Abschluss am Sonntag ist Luck nicht qualifiziert.

Auf den Oberhofer WM-Strecken hat Luck am Dienstag noch einmal seine Form getestet. "Es ging schon deutlich besser, doch der sehr harte Zwanziger käme noch zu früh", sagte Ullrich. "Deshalb hat Frank von sich aus verzichtet." Damit könnte sich Luck seine Mini-Chance auf den Staffeleinsatz erhalten haben. "Wenn es nicht klappt, muss ich das akzeptieren", meinte er sportlich fair. "Es ist schon ein ganz komisches Gefühl, wenn ich ausgerechnet bei meiner 14. und letzten WM nur Zuschauer wäre."

Kollegin Uschi Disl machte eine Erkältung mit Fieber bislang einen Strich durch die WM-Rechnung. Doch die 33-Jährige hat noch nicht aufgegeben und will alles daran setzen, am Samstag beim Massenstart über 12,5 km antreten zu können. Als sie sich am dienstag bei dieser Ankündigung fotogen die Nase putzte, klickten alle Kameras. "Ich will's auf jeden Fall versuchen. Wenn das kein Thema sein würde, wäre ich schon lange nach Hause gefahren", erklärte die bayerische Skijägerin, die nach dem ersten leichten Training aber vor übertriebenen Erwartungen warnte. "Heute habe ich noch keine Form. Wenn ich am Samstag merke, dass es nicht geht, steige ich möglicherweise auch aus", sagte sie.

Noch keine Entscheidung hat sie getroffen, ob die Oberhofer WM ihre letzte war. Im Frühjahr will sie sich mit ihrer Familie zusammensetzen und darüber sprechen. "Jetzt konzentriere ich mich auf die weitere Saison, will sie mit den Weltcup-Rennen in den USA und am Holmenkollen gescheit zu Ende bringen", erläuterte Disl. Sie müsse sich nichts mehr beweisen, habe schon so viel gewonnen und sei mit ihrer Karriere sehr zufrieden. Das werde auch nicht durch einen fehlenden Einzeltitel geschmälert. "Ich habe immer gesagt, der wäre das Sahnehäubchen, nicht mehr und nicht weniger", bemerkte die im österreichischen Tux wohnende Polizeiobermeisterin beim BGS.

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