US–Einzelhandel: Gute Aussichten werden in der nächsten Zeit bleiben
Wal-Mart macht die größten Profite

Die US-Supermarktkette Kmart will ihren Bankrott bis zum Juli 2003 abgewendet haben. Der Konzern erwartet, die Überprüfung seines Geschäftsbetriebs bis zum 20. März abgeschlossen zu haben. Dies könne auch die Schließung einer unbestimmten Anzahl der 2 100 Kmart-Filialen bedeuten, gab der Konzern bekannt. Die größten amerikanischen Konkurrenten profitieren indes schon jetzt von den Kmart-Problemen.

NEW YORK. Vor allem die Investoren der größten amerikanischen Kaufhauskette Sears rechnen sich gute Chancen aus, von der angeschlagenen Lage des Wettbewerbers Kmart zu profitieren: Der Sears-Aktienkurs kletterte just an dem Tag auf seinen Zwölfmonats-Höchststand, als die Insolvenz von Kmart endgültig bestätigt wurde. Mit rund 53 $ lag der Kurs fast 80 % über dem Jahrestiefstand von Mitte September. Die positive Bilanz für das vierte Quartal 2001, die das Unternehmen aus Illinois Mitte Januar präsentierte, tat ihr übriges. Die Sears-Gewinne stiegen um rund 12 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Konkurrenten freuen sich

Bei dem US-Einzelhändler Target sollten die Margen künftig dank der verminderten Konkurrenz ebenfalls größer ausfallen, erwarten die Experten.

Am stärksten wird jedoch der Einzelhandelsriese Wal-Mart von den Problemen bei Kmart profitieren. Darüber herrscht bei den Analysten Einigkeit. Die Entwicklung hat sich bereits in vergangenen Jahren an einer Reihe von Standorten gezeigt: "Wenn einzelne Kmart-Filialen schließen mussten, hat Wal-Mart bisher regelmäßig rund die Hälfte von deren Umsätzen auffangen können", sagt Analyst Bruce Missett von der Investmentbank Morgan Stanley.

Der wichtigste Grund: Beide Handelsketten bedienen einen ähnlichen Kundenstamm, nämlich die eher gering Verdienenden. Missett rechnet damit, dass sich die Zuwächse für Wal-Mart vermehrt im zweiten Jahresquartal zeigen.

21 Kaufempfehlungen für Wal-Mart

Andere Wertpapierexperten teilen die positive Prognose für Wal-Mart. Die Nachrichtenagentur Bloomberg verzeichnet 21 Kaufempfehlungen für die Aktie. Sechs weitere Banken raten zum Halten, den Verkauf empfiehlt keiner der befragten Analysten. Der Kurs des Einzelhandelsgiganten stieg im Januar ebenfalls deutlich.

Ein weiterer Pluspunkt für Wal-Mart: Viele Marktbeobachter weisen darauf hin, dass die Kunden in der momentan unsicheren Wirtschaftslage möglichst günstige Produkte kaufen wollen. "Die Kunden suchen nach Schnäppchen, und die finden sie vor allem in den Discount-Kaufhäusern. Das ist einer der Gründe, weshalb Wal-Mart und auch Target so gut dastehen", sagt Shelley Ben Nathan vom Bankhaus Bear Stearns.

Die guten Aussichten für die Billig-Anbieter werden sich in nächster Zukunft nicht wesentlich eintrüben, erwarten die Analysten. Die Aktienbeobachter rechnen damit, dass auf lange Sicht erst eine festere Konjunktur, ein größeres Verbrauchervertrauen und eine gewachsene Beschäftigungsrate den Trend zu den günstigeren Anbietern eher bremsen werden.

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