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Utimaco wird von den Anlegern unterschätzt

Analyst Markus Golinski stuft die Aktie trotz des enttäuschenden Ergebnis auf Akkumulieren hoch

HB DÜSSELDORF. Markus Golinski, Analyst bei der Sal.Oppenheim ist mit den Geschäftzahlen zufrieden. Er studiert das Unternehmen schon länger: " Utimaco hat seine Probleme erkannt und arbeitet an der Lösung," beschreibt er die derzeitige Situation des IT-Sicherheitsspezialisten mit Sitz in Oberursel. Die heute vorgelegten Geschäftszahlen wirken auf den ersten Blick nicht positiv: Utimaco hat bei einer Umsatzsteigerung von 38 % auf 36 Mill. Euro einen Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 0,64 Mill. Euro ausgewiesen. Im Vorjahr war noch ein positives Ebit von 3,1 Mill. Euro erzielt worden. Der Jahresfehlbetrag belaufe sich nach Unternehmensangaben auf rund 0,75 Mill. Euro nach plus 2 Mill. Euro im Vorjahr. Vorstandschef Hans-Christoph Wolf führt dies unter anderem auf den Ausfall eines Zulieferers sowie auf den Vertriebsaufbau bei der im Juli 1999 übernommenen Kryptokom GmbH zurück. Zudem habe die Kaufzurückhaltung vor dem Jahrtausendwechsel die Ergebnisentwicklung belastet.

Die Schätzungen der Analysten lagen weitaus höher. Die Bankhäuser Sal.Oppenheim und HSBC Trinkhaus & Burckhardt hatte mit einem Ergebnis zwischen 37 Mill. Euro und 69,5 Mill. Euro gerechnet. Trotzdem ist Markus Golinski zufrieden und stuft die Aktie daher heute von "Halten" auf "Akkumulieren" hoch. Gegenüber Handelsblatt.com rechtfertigte er das mit der positiven Entwicklung im zweiten Halbjahr 1999/2000. Das Unternehmen habe erkannt, dass es seinen indirekten Vertrieb weiter ausbauen müsse und den Anteil daher von 4 auf 16 % gesteigert. Vor allem das USA-Geschäft war ein Problem. "Die haben einfach selber Verkaufsbüros eröffnet, anstatt mit etablierten Vertriebswegen zu kooperieren," weiß Golinski.

Pannen haben den Kursabsturz verursacht



Der Markt hat den Kurs des Unternehmens abgestraft: Seit Anfang dieses Jahres stürzte die Utimaco im freien Fall von 62 Euro auf 17 Euro. Golinski erklärt dies mit den vielen Pannen. Ende letzten Jahres wechselte die Vorstandsspitze, dazu kam eine schlecht vorbereitete Kapitalerhöhung. Beides sorgte für Irritationen bei den Anlegern. Unternehmenschef Wolf gab heute auf der Bilanzpressekonferenz zu, dass auch die Gewinnwarnung für das zweiten Quartal "etwas zu spät" bekannt gegeben wurde. Die Aktie sei aber jetzt "gnadenlos unterbewertet", so Analyst Golinski. Utimaco bewege sich auf einem wachstumsträchtigen Markt. Das Unternehmen hat sich spezialisiert auf Sicherheitssoftware für Mobile Desktop. Bei Verlust des Laptops ist die Software geschützt gegen unerlaubte Besucher. Das ist vor allem wichtig für Außendienstler von Banken und Versicherungen, die sensible Daten transportieren. Obwohl das Unternehmen keine Virenschutzsoftware anbietet, profitiert es von der derzeitigen Angst vor Virus-Attacken. "Die Unternehmen werden sicherheitsbewusster, "meint Golinski.

So sind auch die eigenen Schätzungen des Unternehmens positiv: 2000/01 will Utimaco wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Durch Ausweitung des internationalen Geschäftes sowie einer verstärkten Konzentration auf das Lösungsgeschäft will der Anbieter von Software für Daten- und Netzwerksicherheit im Gesamtjahr ein Umsatzwachstum von rund 38 Prozent erreichen.

Im Vergleich mit den Wettbewerbern Norcom und Anlegerliebling Biodata empfiehlt Golinski Utimaco. Vor allem vor dem Hintergrund des derzeitig niedrigen Kurses.

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