Uwe Lüders wird Wetzlarer Mischkonzern führen
Neuer Buderus-Chef spricht sich gegen Bilfinger-Mehrheit aus

jkn WETZLAR. Der Wetzlarer Mischkonzern Buderus AG setzt trotz Führungswechsel weiter auf die Eigenständigkeit. Das sagte Uwe Lüders, designierter Vorstandssprecher, am Mittwoch im Gespräch mit dem Handelsblatt. Damit schwinden die Hoffnungen des Mannheimer Baukonzerns Bilfinger + Berger AG, seinen rund 28-prozentigen Buderus-Anteil aufstocken zu können. Bislang war dieses Ansinnen beim amtierenden Buderus-Chef Hans-Ulrich Plaul auf Ablehnung gestoßen.

Der Aufsichtsrat von Buderus hatte Lüders im Vorfeld der gestrigen Hauptversammlung zum neuen Sprecher ernannt. Der 48-jährige wird den Chefposten zum 1. Oktober von Plaul übernehmen. Plaul ließ offen, ob er in den Aufsichtsrat von Buderus wechseln wird: "Das ist Sache des Aufsichtsrates. Ich werde meinen Hut nicht in den Ring werfen. Ich habe eine passive Haltung."

An den Stabwechsel hatte Bilfinger-Chef Herbert Bodner die Hoffnung geknüpft, neue Gespräche über eine enge Zusammenarbeit mit Buderus führen zu können. Dabei geht es nicht nur um eine strategische Kooperation etwa im Heiztechnikbereich. Bodner denkt auch daran, den Buderus-Anteil aufzustocken - dies aber nur mit Zustimmung des Buderus-Managements. Auch gestern bekräftigte Bodner die Absicht. "Alle Optionen werden geprüft. Großereignisse sind aber in absehbarer Zeit nicht zu erwarten", widersprach Bodner Gerüchten über eine Übernahme von Buderus.

"Wir wollen keine Eingriffe eines Großaktionärs, die zu Lasten des Ergebnisses gehen", sagte Lüders. Gesprächsbereit zeigte er sich aber hinsichtlich einer strategischen Zusammenarbeit: "Wir werden mit Bilfinger offen sprechen." Bislang habe man aber keine Vorteile einer solchen Kooperation gefunden. "Das heißt aber nicht, dass wir unsere Meinung bei neuen Projekten nicht ändern werden", ergänzte Plaul.

Auch ansonsten will Lüders die Politik seines Vorgängers fortsetzen und den Konzern streng renditeorientiert steuern. Gleiches gilt für Zukäufe in der Sparte Heizungstechnik, die fast zwei Drittel zum Konzernumsatz beiträgt. "Zukäufe dürfen das Ergebnis je Aktie höchstens für ein bis zwei Jahre belasten", sagte Lüders. Buderus ist zurzeit im europäischen Heizungsmarkt die Nummer zwei. Über Zukäufe im fragmentierten EU-Markt könnte der Konzern die führende Position einnehmen.

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