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VA Tech-Aktionär Mirko Kovats - 'Tänzer der Old Economy'

Wien (dpa-AFX/APA) - Der österreichische Industrielle Mirko Kovats gilt als schillernde Figur: "Tänzer der Old Economy", so nannte ihn das Nachrichtenmagazin "Format" im vergangenen Herbst. Kovats ist mit 12,53 % an dem von Siemens umworbenen Mischkonzern VA Tech beteiligt. Im vorigen Jahr hatte er mit dem Erwerb des voestalpine-Aktienpakets an der VA Tech seinen zweifellos bisher größten Fang gelandet. Untypisch für den 56-Jährigen war, dass er sich nach eigener Auskunft mit der Rolle des Finanzinvestors begnügen wollte.

Wien (dpa-AFX/APA) - Der österreichische Industrielle Mirko Kovats gilt als schillernde Figur: "Tänzer der Old Economy", so nannte ihn das Nachrichtenmagazin "Format" im vergangenen Herbst. Kovats ist mit 12,53 % an dem von Siemens umworbenen Mischkonzern VA Tech beteiligt. Im vorigen Jahr hatte er mit dem Erwerb des voestalpine-Aktienpakets an der VA Tech seinen zweifellos bisher größten Fang gelandet. Untypisch für den 56-Jährigen war, dass er sich nach eigener Auskunft mit der Rolle des Finanzinvestors begnügen wollte.

Bei den anderen Deals, die der "geheimnisvolle Industrielle und Discobesitzer" ("Format") in regelmäßigen Abständen einfädelt, werden die übernommenen Objekte "umgekrempelt" und in sein Industrie-Imperium eingebaut - wenn sie denn glückten.

Kovats Aufstieg Begann 1997

Kein besonders gutes Händchen scheint Kovats mit den deutschen Industriekonzernen zu haben, die ihre verlängerten österreichischen Werkbänke still legten oder abstoßen wollten: Der Kauf des Traiskirchener Semperit-Reifenfabrik von Continental scheiterte ebenso wie der Plan, das Wiener TV-Geräte-Werk vom maroden deutschen Elektrogerätehersteller Grundig zu übernehmen.

Kovats Aufstieg begann 1997, als er die Hälfte des Salzburger Maschinenbauers Emco übernahm. Erst Ende 2002 gingen die zweiten 50 % des Halleiner Unternehmens an den öffentlichkeitsscheuen, studierten Handelswissenschaftler über.

Ehrgeizige Ziele

Ende 2001 übernahm Kovats zusammen mit seinem Parter Christian Schmidt von der so genannten "Pleiteholding" GBI den steirischen Elektromotorenhersteller Austria Antriebstechnik ATB, der nach Umorganisation und Personalabbau trotz heftigen konjunkturellen Gegenwindes mittlerweile schwarze Zahlen schreibt.

Beim Kauf der Grazer Austrian Energy Energietechnik (AEE) aus der Masse des insolventen deutschen Babcock-Konzerns im August 2002 hatte sich Kovats gegen gut zwei Dutzend Mitbieter durchgesetzt. Das steirische Unternehmen ist ein Systemanbieter im Bereich Energie- und Umwelttechnik, der auf die Herstellung von Dampferzeugern, Rauchgasreinigungen und Biomasseanlagen spezialisiert ist.

NUR Laptop UND Handy

Die Ziele von Kovats sind jedenfalls ehrgeizig: Er will nicht mehr und nicht weniger als "die größte österreichische Industriegruppe der Old Economy aufbauen". Bis dahin dürfte er freilich noch ein Stück Weg zurückzulegen haben: Der kumulierte Umsatz seiner Beteiligungsgesellschaften liegt bei rund 400 Mill. ?. Ihm bleibe aber noch "viel Platz für meine Aktivitäten, wenn gerade in Österreich noch viele Konzerne ihre Standorte aufgeben", meinte der Investor einmal in einem Interview.

Der am 3. August 1948 geborene Kovats ist verheiratet und hat zwei Söhne, darüber hinaus ist kaum etwas über sein Privatleben bekannt. Neben den Industrie-Beteiligungen besitzt er noch zwei Hotels in Wien sowie die Wiener Discotheken U4 und Nachtwerk. Ein festes Büro soll er nicht haben, sondern nur mit Laptop und Telefon hantieren.

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