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VA Tech-Betriebsrat macht Stimmung gegen Siemens-Einstieg

Der Betriebsrat des österreichischen Technologiekonzerns VA Tech hat vor einem massiven Arbeitsplatzabbau bei einem Einstieg von Siemens gewarnt. Bei einer Übernahme würden "letztlich hunderte, wahrscheinlich sogar tausende Arbeitsplätze verloren gehen", schrieb VA Tech-Konzernbetriebsratschef Anton Beneder in einem offenen Brief an die Siemens-Beschäftigten, der am Montag in den österreichischen Zeitungen "Kurier" und "Kronen Zeitung" ganzseitig abgedruckt wurde.

dpa-afx MÜNCHEN/LINZ. Der Betriebsrat des österreichischen Technologiekonzerns VA Tech hat vor einem massiven Arbeitsplatzabbau bei einem Einstieg von Siemens gewarnt. Bei einer Übernahme würden "letztlich hunderte, wahrscheinlich sogar tausende Arbeitsplätze verloren gehen", schrieb VA Tech-Konzernbetriebsratschef Anton Beneder in einem offenen Brief an die Siemens-Beschäftigten, der am Montag in den österreichischen Zeitungen "Kurier" und "Kronen Zeitung" ganzseitig abgedruckt wurde.

Für Montagnachmittag (15.00 Uhr) kündigte der Konzernbetriebsrat eine Pressekonferenz in Wien an. Am Dienstag werden alle 8 000 Inlandsbeschäftigten von VA Tech in Betriebsversammlungen über den Stand der Dinge informiert. Siemens wollte sich auf Anfrage zum Stand der Übernahmepläne nicht äußern.

Politiker Fürchten Zerschlagung

In der Vorwoche hatte der Konzern erstmals generelles Interesse an Teilbereichen der VA Tech bestätigt. Die österreichische Bundesregierung und Gewerkschaften fürchten daher die Zerschlagung des Unternehmens, das für 2004 einen Netto-Verlust von 65 Mill. bis 70 Mill. ?. Eine Übernahme könnte Siemens laut Medienberichten bis zu 900 Mill. ? kosten.

Der Betriebsrat will mit dem offenen Brief an die Solidarität der Siemens-Beschäftigten appellieren, die von Rationalisierungen ebenso betroffen sein könnten: "Wir als VA Tech Belegschaft sehen diese mögliche Entwicklung mit großer Sorge. Und wir denken, dass auch die Kolleginnen und Kollegen bei Siemens diesen Aspekt bedenken sollten - weil er sie auch betreffen könnte."

Öiag Schliesst Anteilsverkauf Nicht AUS

Am Wochenende hatte die staatliche Industrieholding Öiag, die 15 % an VA Tech hält, den Verkauf des Anteils nicht prinzipiell ausgeschlossen. Die beiden Vorstände der Öiag, Peter Michaelis und Rainer Wieltsch, machten in einem Zeitungsinterview ihr Verhalten bei einem Übernahmeangebot von der Entscheidung der VA Tech-Führung abhängig.

"Sollte die Übernahme - in welcher Weise sie auch immer kommen wird - vom Vorstand als feindlich erklärt werden und gegen die österreichischen Interessen verstoßen, werden wir uns gegen diese Übernahme aussprechen", sagte Michaelis. Der Aktionsradius der Staatsholding als Minderheitsaktionär sei jedoch sehr begrenzt.

Öiag: Sind Kein 'Weisser Ritter'

Sollte der Vorstand allerdings eine Übernahme akzeptieren und sollte dies dem Öiag-Privatisierungsauftrag entsprechen, "kann es sehr gut sein, dass wir dem Vorschlag des VA Tech-Vorstandes folgen", sagte Michaelis. Die Möglichkeit, dass der Staat die Öiag ermächtige, als "weißer Ritter" die VA Tech übernehmen könne, schloss er aus.

Auch bei der für September geplanten Kapitalerhöhung könne die Öiag nicht mitziehen. "Solange der Privatisierungsauftrag besagt, dass wir die VA Tech zu 100 % zu privatisieren haben, besteht keine rechtliche Basis, um an Kapitalerhöhungen teilnehmen zu können."

Kovats Hält 12,53 Prozent

Die Victory Industriebeteiligung AG um den Industriellen Mirko Kovats ist mit 12,53 % an der VA Tech beteiligt. Die staatliche Österreichische Industrieholding Öiag hält 15 %; 72,47 % der 15 Mill. Aktien sind im Streubesitz. Medienberichten zufolge planen Siemens und Victory ein Angebot von 55 bis 60 ? je VA Tech-Aktie.

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