Archiv
VA-Tech-Mitarbeiter protestieren gegen Siemens-Übernahmepläne

Rund 100 Beschäftigte der Linzer VA Tech haben am Dienstag in München gegen eine mögliche Übernahme durch den Elektro- Konzern Siemens protestiert. Vor der Siemens-Hauptverwaltung hielten sie Transparente mit Aufschriften wie "Stoppt die Übernahme" oder "Hände weg von den VA Tech Betrieben" hoch. Im Falle eines Verkaufs an Siemens und den Industriellen Mirko Kovats fürchten die Beschäftigten die Zerschlagung des Mischkonzerns und den Verlust hunderter oder sogar tausender Arbeitsplätze.

dpa-afx MÜNCHEN. Rund 100 Beschäftigte der Linzer VA Tech haben am Dienstag in München gegen eine mögliche Übernahme durch den Elektro- Konzern Siemens protestiert. Vor der Siemens-Hauptverwaltung hielten sie Transparente mit Aufschriften wie "Stoppt die Übernahme" oder "Hände weg von den VA Tech Betrieben" hoch. Im Falle eines Verkaufs an Siemens und den Industriellen Mirko Kovats fürchten die Beschäftigten die Zerschlagung des Mischkonzerns und den Verlust hunderter oder sogar tausender Arbeitsplätze.

Siemens hatte vor kurzem erstmals offiziell Interesse an einer Übernahme von Teilen der VA Tech bekundet. Entscheidungen dazu gebe es aber noch nicht, sagte ein Unternehmenssprecher. Zu den Protesten wollte er sich nicht äußern. Am Vortag hatte die Mitarbeitervertretung ihre Sorgen in einem offenen Brief an die Siemens-Beschäftigten zum Ausdruck gebracht. "Wir alle wissen, was Unternehmen mit Parallelkapazitäten auf Sicht tun - sie müssen bereinigen", hieß es darin unter anderem.

Nach einem Bericht der österreichischen Nachrichtenagentur APA will die Wiener Bundesregierung auf politischer Ebene die Weichen zur Abwehr einer feindlichen Übernahme stellen. Wie das Finanzministerium bereits am Montagabend mitgeteilt habe, werde der Ministerrat noch am Dienstag den Privatisierungsauftrag der staatlichen Öiag so abändern, dass die Staatsholding bei einer Kapitalerhöhung mitziehen und ihren Anteil von 15 % möglicherweise aufstocken könne, hieß es. Dagegen hatte die Öiag zuletzt den Verkauf ihres Anteils nicht prinzipiell ausgeschlossen. Sollte der VA Tech-Vorstand eine Übernahme akzeptieren und würde dies dem Öiag-Privatisierungsauftrag entsprechen, könne "es sehr gut sein, dass wir dem Vorschlag des VA Tech-Vorstandes folgen", sagte Öiag-Vorstand Peter Michaelis.

Am Dienstagnachmittag wollte der Betriebsrat die 8000 österreichischen Beschäftigten der VA Tech dem Bericht zufolge auf Betriebsversammlungen informieren. Auch die VA Tech-Führung sowie die Regierungschefs der Bundesländer Kärnten und Steiermark, Jörg Haider von der FPÖ und Waltraud Klasnic von der ÖVP, hatten sich gegen einen Verkauf des 15-prozentigen Staatsanteils an der VA Tech ausgesprochen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%