VA Technologie macht Millionen-Verlust
Wabag und Babcock belasten Anlagenbauer

Die herben Verluste in der Sparte Wassertechnik und die Insolvenz der deutschen Babcock lasten auf dem Ergebnis 2002 des Anlagenbauers VA Technologie AG.

Reuters WIEN. Die VA Tech dürfte im Gesamtjahr einen Fehlbetrag von etwas unter 100 Millionen Euro erzielen, sagte VA Tech-Generaldirektor Erich Becker am Donnerstag vor Journalisten. Angesichts dieser Zahlen sei die Zahlung einer Dividende nicht sinnvoll, deutete der Konzernchef an, dass die Dividende für 2002 entfallen könnte. Beschlossen sei dies aber noch nicht, sagte Becker.

Positiver hingegen dürfte sich 2003 das operative Ergebnis entwickeln. Becker erwartet zwar eine flache Entwicklung bei Umsatz und Auftragseingang, das Betriebsergebnis (Ebit) sieht er aber um 40 Prozent über dem erwarteten Ebit von 2002, das "um die 80 Millionen Euro" erwartet wird.

Im Jahr 2001 hatte die VA Tech bei einem Umsatz von vier Milliarden Euro ein Ebit von 83 Millionen Euro erwirtschaftet. Der Jahresüberschuss hatte 32 Millionen Euro ausgemacht. Für 2001 hatte die VA Tech 0,50 Euro Dividende je Aktie gezahlt. An der Wiener Börse haben VA Tech am Donnerstag auf 16,49 (16,64) Euro nachgegeben, waren am Tief aber schon bei 16,15 gewesen. VA Tech liegen seit Jänner 33,2 Prozent im Minus, während der ATX 3,4 Prozent verlor.

Zum dritten Quartal 2002 sind die Verluste der Wassertechnik weiter sichtbar geworden. Bei einem Konzernumsatz von 2,68 (2,61) Milliarden Euro sei ein Betriebsergebnis vor Amortisationen (Ebita) von 74,5 (53,0) Millionen Euro und ein Ebit von 49,5 (28,9) Millionen Euro erzielt worden. Das Ergebnis vor Steuern (Ebt) habe minus 93,8 (minus 52,1) Millionen Euro betragen, den Periodenverlust gab VA Tech am Donnerstag mit minus 93,3 (minus 45,1) Millionen Euro an.

Mit diesem Ergebnis liegen VA Tech über den Erwartungen. Analysten hatten im Mittel einen Umsatz von 2669,5 Millionen Euro und ein Ebit von 38,08 Millionen Euro erwarte. Das Ebt wurde von den Analysten mit minus 95,28 Millionen Euro erwartet.

Die Wabag hat bei einem Umsatz von 173 (192) Millionen Euro ein Ebit von minus 29,7 (plus 0,3) Millionen Euro ausgewiesen. Für das Gesamtjahr sieht Becker den operativen Verlust bei rund 40 Millionen Euro. Die Wabag fokussiere sich aber auf Kernmärkte und bereinige die Struktur. Das Konzept für den turnaround sei eingeleitet und werde schon im nächsten Jahr Früchte tragen.

Zu den Plänen für die Wabag sagte Becker, "dass wir sie erst verlustfrei bekommen müssen". "Jetzt wäre es sinnlos, die Wabag auf den Markt zu bringen". Dass die VA Tech "nicht die Absicht und auch nicht die Ressourcen hat, die Wabag zu einem großen Geschäft zu machen", bekräftigte Becker einmal mehr. In etwa einem Jahr werde man sich damit beschäftigen, die Wabag entweder zu verkaufen oder einen Partner für sie zu suchen.

Im Plan liegt auch die Sanierung der Sparte Metallurgie. Das Ebit in den ersten drei Quartalen hat sich bei einem Umsatz von 688 (842) Millionen Euro auf minus 1,4 (minus 17,5) Millionen Euro verbessert, so die VA Tech. Das dritte Quartal sei bereits positiv gewesen.

"Die Sanierung der Metallurgie steht erfolgreich vor dem Abschluss", sagte Becker. Die Kosten seien um 100 Millionen Euro gesenkt worden, die Sparte könne zuversichtlich in das Jahr 2003 gehen. Die andere Bereiche wiesen steigende bzw. stabile Erträge aus. Die Hydraulische Energieerzeugung erzielte in den ersten drei Quartalen einen Umsatz von 523 (396) Millionen Euro und ein Ebit von 32,2 (17,0) Millionen Euro. Für die Energieübertragung und-verteilung wird ein Umsatz von 886 (772) Millionen Euro und ein Ebit von 27,1 (25,3) Millionen Euro ausgewiesen. Die Sparte Infrastruktur erzielte einen Umsatz von 403 (406) Millionen Euro und ein Ebit von 18,5 (14,5) Millionen Euro.

Auf das Finanzergebnis der VA Tech drückt 2002 auch die Abschreibung der Zehn-Prozent-Beteiligung an Babcock Borsig Power mit 44,4 Millionen Euro, was in einem auf minus 143,3 (minus 81) Millionen Euro schlechteren Finanzergebnis mündet. Möglicherweise könnten daraus noch im nächsten Jahr a.o. Erträge fließen. VA Tech hat die Beteiligung auf Null abgeschrieben, eine Nachschusspflicht gebe es nicht.

Finanzvorstand Roland Scharb sagte, die Bilanz der VA Tech sei solide. Mit einer Nettoverschuldung von zwölf Prozent per Ende September liege man im Vergleich mit Wettbewerbern gut. Auch in Bezug auf die Eigenkapitalquote von 14,1 Prozent liege man im Durchschnitt. Die Erwartung für den Jahresfehlbetrag bezifferte Becker auf "unter 100 Millionen Euro", nach einem Periodenfehlbetrag per Ende September von 93,3 Millionen Euro. Deswegen könnte die Dividende entfallen.

"Angesichts dieser Zahl ist es nicht sinnvoll, eine Dividende zu zahlen", deutete Becker an. Für 2001 hatte die VA Tech 0,5 Euro je Aktie ausgeschüttet.

Gleichzeitig hat Becker die Erwartung für das Ebit des Jahres 2002 leicht modifiziert. Hatte die VA Tech bislang eine leichte Steigerung bei Umsatz und Ergebnis angekündigt, sprach Becker nun von einem Umsatz und einem Ebit "in der Größenordnung des Vorjahres". "Um die 80 Millionen Euro" werde das Ebit im Gesamtjahr ausmachen, sagte Becker. Der Umsatz werde um die vier Milliarden Euro erwartet.

Die Verbesserung begründete Becker damit, dass man davon ausgehe, in den Bereichen Hydraulische Energieerzeugung bzw. Energieübertragung und-verteilung und Infrastruktur stabile bzw. steigende Erträge einzufahren. Gleichzeitig werden die Metallurgietechnik operativ ins Plus drehen und die Belastung der Verluste der Sparte Wassertechnik wegfallen. Bei Umsatz und Auftragseingang habe man für 2003 kein Wachstum den Planungen zugrunde gelegt.

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