Vajpayee lehnt Gespräch mit Musharraf weiter ab
Indien schließt Atomkrieg gegen Pakistan aus

Indien hat einen Atomkrieg gegen Pakistan kategorisch ausgeschlossen. Die Regierung wolle keine Nuklearwaffen einsetzen und könne sich auch nicht vorstellen, dass ein anderes Land dies tun werde, hieß es in einer am Montag verbreiteten Erklärung des Verteidigungsministeriums in Neu-Delhi. Gleichwohl lehnte der indische Ministerpräsident Atal Bihari Vajpayee eine Begegnung mit dem pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf am Rande eines asiatischen Gipfeltreffens in Kasachstan weiter ab.

WiWo/ap ALMATY. Musharraf hatte zuvor bei einem Zwischenstopp in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe seine Bereitschaft zu einem Dialog mit Indien "an jedem Ort und auf jeder Ebene" bekräftigt. Auch betonte er, dass sein Land keinen Krieg mit dem Nachbarstaat beginnen werde. Der pakistanische Informationsminister Nisar Memon fügte in Almaty hinzu, keines der beiden Länder würde daran denken, zur Lösung des Kaschmir-Konflikts Atomwaffen einzusetzen. Im Gegensatz zu Indien hat Pakistan einen nuklearen Erstschlag aber nicht grundsätzlich ausgeschlossen.

Der russische Verteidigungsminister Sergej Iwanow machte Pakistan für die Eskalation im Kaschmirkonflikt verantwortlich. Die jüngsten pakistanischen Raketentests wertete er als provokative Geste, die Indien geradezu zu Vergeltungsmaßnahmen dränge. Auch unternehme die Regierung in Islamabad nichts gegen das Vordringen von Terroristen aus Pakistan auf indisches Staatsgebiet. Viele dieser Extremisten seien zuvor aus Afghanistan ausgewiesen worden, sagte Iwanow.

Vajpayee hat Gespräche mit Pakistan wiederholt mit der Begründung abgelehnt, dass das Land gezielt militante Islamisten nach Indien einschleuse. Pakistan wies diese Vorwürfe am Montag abermals entschieden zurück. Der indische Regierungschef erklärte nach Gesprächen mit dem kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew in Almaty, man sei sich darin einig, dass Terrorismus und religiöser Extremismus bekämpft werden müssten. Ein Hauptgrund für den Konflikt in Südasien liege im grenzüberschreitenden Terrorismus.

Russland und China wollen vermitteln

Im Laufe der dreitägigen Konferenz über Zusammenarbeit und vertrauensbildende Maßnahmen in Asien wollten die Präsidenten Russlands und Chinas, Wladimir Putin und Jiang Zemin, sowie andere ranghohe Vertreter der 16 Teilnehmerländer separat mit Musharraf und Vajpayee verhandeln, um sie zu einem Treffen unter vier Augen zu bewegen. Vajpayee hat dem jedoch schon im Voraus eine Absage erteilt. Wenn die Zeit für einen Dialog reif sei, könne man jederzeit in Indien oder Pakistan zusammenkommen und brauche nicht bis nach Almaty zu fahren, sagte der stellvertretende indische Außenminister Omar Abdullah.

Unterdessen gingen die Gefechte an der Grenze im geteilten Kaschmir unvermindert weiter. Augenzeugen zufolge fielen den Kämpfen am Montag mindestens zwei weitere Menschen zum Opfer. Weitere ausländische Repräsentanten in Indien und Pakistan verließen auf Empfehlung ihrer jeweiligen Regierungen die Region.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%