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Valdez beschert Werder: Achtelfinale erreicht

Ein Straßen-Fußballer aus Paraguay hat dem SV Werder Bremen gut zwei Wochen vor dem Fest ein millionenschweres Weihnachtsgeschenk auf den Gabentisch gelegt und die Hoffnungen auf ein erfolgreiches neues Jahr genährt.

dpa VALENCIA. Ein Straßen-Fußballer aus Paraguay hat dem SV Werder Bremen gut zwei Wochen vor dem Fest ein millionenschweres Weihnachtsgeschenk auf den Gabentisch gelegt und die Hoffnungen auf ein erfolgreiches neues Jahr genährt.

Dank der "goldenen Tore" von Nelson Valdez (83./90.+2) zum 2:0 (0:0)-Erfolg beim FC Valencia erreichte der deutsche Fußball-Meister das Achtelfinale der Champions League und darf nun weitere Zahltage einplanen. "Das waren die wichtigsten Tore meiner Karriere. Die sind auch für den Verein sehr sehr wertvoll", wusste der vor Jahren in Asuncion entdeckte Angreifer um die Bedeutung seines Doppelschlags.

Bevor die mindestens 2,7 Mill. Euro für die nächste Runde in Sack und Tüten waren, hatten die Norddeutschen vor 50 000 euphorischen Zuschauern allerdings wie erwartet ein hartes Stück Arbeit zu verrichten. "Nach einer nervösen Startphase haben wir das Spiel in der ersten Halbzeit eigentlich ganz gut kontrolliert, unsere Chancen aber leider nicht genutzt", resümierte Manager Klaus Allofs. Dank einer umsichtigen Abwehr ließen die Bremer hinten zwar fast nichts anbrennen. Im Spiel nach vorn fehlten aber Konstruktivität und überraschende Ideen, so dass die zuletzt so hoch gelobten Spitzen Miroslav Klose und Angelos Charisteas praktisch wirkungslos blieben.

Das änderte sich auch nach dem Wiederanpfiff nicht. Schlimmer noch: Als Valencias Trainer Claudio Ranieri nach einer Stunde sein gesamtes Offensiv-Trio austauschte, schien ein Ruck durch die bis dahin zwar überlegenen, aber auch ziemlich einfallslos wirkenden Hausherren zu gehen. Marco Di Vaios Lattenschuss (66.) wirkte wie eine Initialzündung. Darauf fanden die Gäste erst in der hektischen Schlussphase, die mit der Roten Karte für Valencias Miguel Angulo (90.) wegen eines Frustfouls ausuferte, mit der Einwechslung von Matchwinner Valdez die passende Antwort. "Ich wollte ihn bringen, damit er die spanische Abwehr mehr beschäftigt", begründete Werder-Trainer Thomas Schaaf seine äußerst wirkungsvolle Maßnahme.

Denn dieser Schachzug erwies sich erneut als absoluter Glücksgriff. "Ich kenne derzeit keinen besseren Einwechsler. Wie Nelson seine beiden Tore erzielt hat, war einfach genial", lobte Vereinschef Jürgen L. Born den Edeljoker, der einst auch dank seiner Vermittlung den Weg an die Weser fand. Zunächst technisch perfekt und dann eiskalt: Valdez bewies, dass er mehr als eine Alternative zu seinen Offensiv-Kollegen Klose, Charisteas und Ivan Klasnic sein kann. "Bislang stand Nelson meistens im Schatten der anderen. Dieses Rampenlicht hat er sich wirklich verdient", bestätigte Schaaf gelöst.

Für den 21 Jahre alten Nationalspieler Paraguays kam der Medienrummel um seine Person zwar etwas überraschend. Den meisterte er aber ebenso souverän - und dank seiner Muttersprache auch bei den spanischen Medien. "Wir haben vier Super-Stürmer. Jeder von uns muss seine Sache machen. Dann können wir noch weit kommen", verkündete der Jungstar zunächst in gutem Deutsch, dann auf Spanisch - und mit Klartext. "Das Halbfinale ist drin", betonte er selbstbewusst.

Werders Offizielle hörten diese Ansage mit Wohlwollen, dämpften aber sogleich zu große Euphorie. "Wir wollten in der Königsklasse mithalten. Das haben wir geschafft und gemerkt: Wir können uns durchsetzen. An diesem Anspruchs-Niveau müssen wir weiter arbeiten", forderte Allofs. Werders Protagonisten verstanden ihn. "Nun müssen wir noch Kaiserslautern schlagen. Dann können wir zufrieden Weihnachten feiern", meinte Torhüter Andreas Reinke. Sollte dies gelingen, wäre Werder weiterhin in Meisterschaft, Pokal und in der Champions League im Geschäft - und hätte das Jahresziel voll erfüllt.

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