Van Almsick und Co.
Wenn Ex-Sportstars zu Fernsehexperten werden

Sie waren selbst einmal Leistungssportler bei Olympia und kennen den schmalen Grad zwischen Sieg und Niederlage. Viele Ex-Sportler sind wie Franziska van Almsick für Fernsehsender in China als Experten dabei. Gute Nerven sind dabei unverzichtbar.

HB DÜSSELDORF. Sie fiebern mit, fühlen und freuen sich mit ihren Nachfolgern, ehemaligen Mitstreitern oder Konkurrenten: Die Liste der "Ehemaligen" im TV-Einsatz ist lang bei Olympia. Franziska van Almsick ist als Expertin für die ARD bei Olympia. Nur mit Mühe unterdrückte sie in Peking die Tränen nach dem ersten Schwimm-Gold von Britta Steffen, nach dem zweiten Triumph lobte sie Deutschlands bislang größten Olympia-Star als Expertin der ARD: "Sie hat so eine Lockerheit bekommen, das ist großartig", sagt die ehemalige Weltrekordlerin über Steffen. Auch das ZDF will auf die Erfahrung eines Ex-Schwimmstars nicht verzichten: Für das Zweite Deutsche Fernsehen gab der ehemalige Weltmeister Christian Keller beim Schwimmen den Fachmann.

Eher wenig Grund zum Überschwang hatte Roland Baar, einstiger Schlagmann des Deutschland-Achters und fünfmaliger Weltmeister, der als ZDF-Experte die historische Pleite der deutschen Ruderer kommentieren musste.

Auf die eine oder andere Nervenprobe wurde Hockey-Rekordnationalspieler Philipp Crone gestellt. "Ein guter Ausweg ist, die Spielsituationen zu analysieren, dann kann man die Emotionen etwas ausklammern und das Herz fängt nicht ganz so an zu schlagen", erläutert Crone, der von 1996 bis 2007 327 Länderspiele für Deutschland bestritt.

Packt einen so nah dran bei Olympia nicht die Lust, Mikro und Kopfhörer wieder gegen Krummschläger und Mundschutz zu tauschen? "Vorher habe ich gedacht: Ja, das Jucken kommt. Aber ich weiß auch, auf was die Jungs alles verzichten mussten, um hier dabei zu sein", sagt Crone. "Ich weiß, dass ich niemals mehr dort sein wollte, denn die zwei Jahre vorher hätte ich nicht durchgestanden". Er hat den Wechsel auf die andere Seite der sogenannten "Mixed-Zone", in der Sportler sich unmittelbar nach ihrem Wettkampf oder Spiel den Journalisten-Fragen stellen, vollzogen.

Birgit Fischer, mit acht Gold- und vier Silbermedaillen die bis dato erfolgreichste deutsche Olympionikin, ist als Expertin für das ZDF beim Kanu im Shunyi-Park dabei. So wie Ronny Ziesmer in der Turnhalle. Sein Olympia-Traum als Sportler zerplatzte durch einen Trainingsunfall vor den Spielen in Athen. Der Cottbuser zog sich bei einer Landung nach einem Doppelsalto einen Bruch des Halswirbels zu und ist seitdem vom Kopf abwärts gelähmt. In Peking analysiert er nun die deutschen Turn-Leistungen. Auch bei anderen Sportarten sind die Ex-Sportler aktiv: Bei "Eurosport" geben Jens Fiedler im Bahnrad-Fahren, Jörg Lütcke im Basketball, Lena Asmus in der Rhythmischen Sportgymnastik, Monika Dietrich im Kunst- und Turmspringen sowie Monika Striepecke im Kanu-Slalom aus dem Studio Einblicke in die Sportlerseele.

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