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Van Marwijk sorgt für Aufbruchstimmung beim BVBDPA-Datum: 2004-07-15 13:43:47

Dortmund (dpa) - Finanziell angeschlagen, sportlich unter Druck und mit großen Personalsorgen: Trotz dieser negativen Vorzeichen herrscht bei Borussia Dortmund drei Wochen vor dem Start in die neue Bundesliga-Saison Aufbruchstimmung.

Dortmund (dpa) - Finanziell angeschlagen, sportlich unter Druck und mit großen Personalsorgen: Trotz dieser negativen Vorzeichen herrscht bei Borussia Dortmund drei Wochen vor dem Start in die neue Bundesliga-Saison Aufbruchstimmung.

«Wir wollen einen Neuanfang schaffen», sagte Präsident Gerd Niebaum und gab nach der turbulenten Vorsaison mit Gehaltsverzicht, sportlichen Rückschlägen und der Trennung von Trainer Matthias Sammer damit die Richtung vor. Das neue Zauberwort beim BVB heißt «Aufbruchstimmung» - und es klingt wie eine Beschwörungsformel.

Dabei kann der einstige Branchenprimus erstmals seit vielen Jahren nicht auf prominente Neuzugänge setzen. Lediglich die Rückkehrer Sunday Oliseh und Florian Kringe sowie die «Eigengewächse» Mehmet Akgün und Sascha Rammel ergänzen den Kader. Im Gegenzug verließ Nationalspieler Torsten Frings - einer der Leistungsträger im Vorjahr - den BVB im Zorn und schloss sich Bayern München an.

Dortmunds neuer und bisher einziger Hoffnungsträger heißt Bert van Marwijk. «Für mich ist es wichtig, dass wir es besser machen als in der vorigen Saison», sagte der neue Trainer des Vorjahres-Sechsten, der sich selbst als «Streber» bezeichnet und mindestens Platz fünf im Visier hat. Vor drei Wochen leitete der Niederländer erstmals das Training und hatte zunächst nur eines im Sinn - den Profis nach zwei eher freudlosen Jahren wieder Spaß an der Arbeit zu vermitteln.

Die Freude war zuletzt unter dem akribischen und disziplinierten Vorgänger Sammer nach Aussage vieler Profis etwas zu kurz gekommen. Als der 52-Jährige van Marwijk nach der ersten Trainingseinheit verkündete, die Spieler hätten am Morgen bereits gelacht, wurde das von Insidern fast schon als historisches Ereignis gefeiert. Sogar im Trainingslager im österreichischen Bad Waltersdorf, bei dem das Team die Grundlagen für die Saison legte, gingen vor allem die Brasilianer trotz der Anstrengungen mit einem Lächeln zu Werke, weil viel mehr mit dem Ball gearbeitet wurde. «Es herrscht eine sehr gute Atmosphäre zwischen dem Trainer und der Mannschaft», berichtete Niebaum.

Auch aus diesem Grund hoffen die Führungskräfte auf den Verbleib von Mittelfeld-Ass Tomas Rosicky. Der Tscheche hatte sich während der EM in Portugal über die zuletzt getrübte Stimmung beklagt. «Mit dem neuen Trainer wird Tomas Freude und Spaß haben», glaubt Niebaum. Ein Verkauf Rosickys würde zwar bei einer entsprechenden Ablösesumme in Erwägung gezogen, wäre aber eine erhebliche sportliche Schwächung. Derzeit rechnen alle mit Rosickys Bleiben. Seinen Schwiegersohn Mark van Bommel vom PSV Eindhoven würde van Marwijk gerne zum BVB locken - aber nicht als Alternative zu Rosicky. «Mark wäre genau der Spieler, den wir benötigen», glaubt Sport-Manager Michael Zorc. Ein Kauf des 27-jährigen Niederländers scheiterte bisher an der Ablöseforderung.

Die UI-Cup-Teilnahme verspricht nicht das große Geld. Am 17. Juli treten die Schwarz-Gelben zum Viertelfinal-Hinspiel beim KRC Genk in Belgien an und wollen sich über diesen Umweg doch noch für den Uefa-Cup qualifizieren. Die Fans scheinen von besseren Zeiten überzeugt. Im Rückspiel erwartet der BVB am 24. Juli mehr als 50 000 Zuschauer im Westfalenstadion. Und auch die schon 47 000 verkauften Dauerkarten zeugen von der großen Erwartungshaltung der treuen Anhängerschar.

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