Variable Vergütung immer wichtiger
Versicherungskarriere: Mit Sicherheit gut bezahlt

Akademiker haben in der Versicherungsbranche die besten Chancen auf die hochdotierten Positionen der ersten Führungsebene.

Was bei New-Economy-Unternehmen in Vergessenheit geraten sein mag, in der Versicherungsbranche gilt die Regel noch: Ein hohes Gehalt gibt es eher mit einer guten Ausbildung. Uniabschluss und Doktorarbeit sind die Türöffner für hochdotierte Positionen, mehr noch als die versicherungsspezifische Ausbildung. Dies geht aus einer Studie der Kienbaum Unternehmensberatung "Leitende Angestellte in Versicherungen 2001" hervor.



1 942 Führungskräfte in 55 Versicherungsgesellschaften wurden für die Studie befragt. 46 Prozent aller Führungskräfte der ersten Ebene in Versicherungen haben demnach einen Universitätsabschluss, neun Prozent haben einen Doktortitel. Versicherungskaufleute haben weniger Aussicht, die Führungsetage zu erklimmen: Nur 24 Prozent der Führungskräfte der ersten Ebene haben eine versicherungsspezifische Ausbildung. Wer jedoch diese Ebene erreicht hat, wird wegen seiner Ausbildung nicht signifikant besser oder schlechter bezahlt. Führungskräfte mit Promotion bekommen im Durchschnitt nur unwesentlich mehr Gehalt (112 000 Euro) als Führungskräfte mit Abitur oder auch Hauptschule als höchstem Abschluss (99 000 Euro).

Bei der Gehaltshöhe gilt der Satz "altbewährt wird gut bezahlt". Wer lange im Unternehmen ist - und die Hierarchieleiter entsprechend weit hochgeklettert ist, bekommt auch viel Geld. Dabei kann das Gehalt in einem großen Unternehmen - bei gleicher Rangstufe - ohne weiteres doppelt so hoch sein wie in einem kleinen Unternehmen. Die Spanne der Gehälter reicht von 35 000 Euro bis über 220 000 Euro jährlich. Die meisten Gehälter der ersten Führungsebene liegen zwischen 80 000 und 130 000 Euro, in der zweiten Ebene zwischen 50 000 und 100 000 Euro.

Variable Vergütung gewinnt weiter an Bedeutung

Die Topleute aus den Bereichen IT und Personalgesamtleitung kommen mit durchschnittlich 113 000 Euro am Besten weg. Ganz hinten in der Gehaltsliste tummeln sich Mitarbeiter der Vertragsverwaltung (76 000 Euro) oder der Inkassoabteilung (85 000 Euro).

Gestiegen ist das Gehalt der Führungskräfte im vergangenen Jahr um moderate rund 4,3 Prozent. Dabei fallen die Steigerungen bei jüngeren Führungskräften mit 7,8 Prozent in der ersten Ebene im Durchschnitt noch höher aus, als bei älteren Mitarbeitern (2,4 Prozent). Verständlich, bewegen sich gestandene Führungskräfte gewöhnlich auch auf einem erheblich höheren Niveau.

Ein Rechnungsposten wird dabei immer wichtiger: die variable Vergütung, die das Gehalt bei 70 Prozent aller Manager beeinflusst. Im Durchschnitt macht sie 12 Prozent der Gesamtbezüge aus. Führungskräfte werden eben am Unternehmenserfolg beteiligt.

Die variable Vergütung könne als Instrument zur Bindung guter Mitarbeiter eingesetzt werden, sagt Theresia Seifert, Autorin der Kienbaum-Studie. Wie hoch das variable Gehalt tatsächlich ist, hängt sowohl vom Mitarbeiter, als auch vom Unternehmen ab. "Entscheidend ist, dass das Erreichen vereinbarter Ziele objektiv und im Nachhinein überprüfbar ist", sagt Seifert.

Das ist zum Beispiel bei Kennzahlen der Fall, etwa einer Umsatzsteigerung um X Prozent. Bei erfolgreichen Führungskräften kann der variable Anteil dann durchaus ein Fünftel der Gesamtbezüge ausmachen.

Betriebliche Altersvorsorge ja - Dienstwagen nein

Ihrem Produkt "Versicherung" angemessen bieten Versicherer ihren leitenden Mitarbeitern Sicherheit über das Berufsleben hinaus: 99 Prozent aller Führungskräfte haben Anspruch auf eine betriebliche Altersversorgung.

Eher benachteiligt im Vergleich zu Industrie und Handel sind Versicherungsangestellte dagegen beim Prestigeobjekt Nummer Eins, dem Dienstwagen: Den bekommen gerade mal 45 Prozent der Angestellten der ersten Ebene und nur 15 Prozent der zweiten Ebene. In Industrie und Handel stehen weit mehr als der Hälfte der Führungskräfte ein Dienstwagen zur Verfügung (Erste Ebene: 70 Prozent; zweite Ebene: 35 Prozent.) Lieblingsauto ist der BMW 520i, der in 73 Prozent der Unternehmen gefahren wird, gefolgt vom Mercedes der E-Klasse (70 Prozent).

Keine Ausnahme macht die Versicherungsbranche bei den Überstunden: Führungskräfte leisten oft um die 55 Stunden pro Woche, obwohl über die Hälfte von ihnen die tarifliche Wochenarbeitszeit von 38 Stunden im Vertrag festgeschrieben haben. Die Mehrarbeit wird überwiegend nicht gesondert entlohnt. Dafür jedoch ist die Versicherungsbranche großzügig, was den Urlaub angeht: 30 Tage sind die Regel, bei 25 Prozent aller Führungskräfte sind es sogar 33 Tage.

Gehaltssteigerungen sind in der Versicherungsbranche Verhandlungssache. Bei mehr als der Hälfte ist eine Gehaltsanpassung nicht vertraglich geregelt, bei 23 Prozent gibt es nur eine unverbindliche Goodwill-Zusage. Kriterium ist die individuelle Leistung. Zu 68 Prozent orientiert sich die Höhe an vergleichbarer Vergütung nach dem Beamtenbesoldungsgesetz oder dem Bundesangestelltentarif.

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