Vater schottet ihn ab
Felix Neureuther feiert WM-Debüt

In Zeiten längst vergangener deutscher Alpin- Herrlichkeit weckt allein sein Name Hoffnung auf eine bessere Zukunft: Felix Neureuther bekommt bei den Ski-Weltmeisterschaften in St. Moritz seine erste große Bewährungschance.

HB/dpa St. MORITZ. Der 18-jährige Sohn der deutschen Ski-Legenden Rosi Mittermaier und Christian Neureuther wird den Riesenslalom (12. Februar) und den Slalom (16. Februar) bestreiten. Der Vater und ARD-Experte Christian Neureuther war sich der Medienwirksamkeit und der Risiken dieser Mitteilung sofort bewusst: "Ich weiß natürlich, was jetzt passieren kann. Aber das muss man jetzt steuern und ihn auch ein wenig abschotten."

So soll Felix Neureuther seinen einzigen offiziellen Medientermin erst zwei Tage vor dem Riesenslalom absolvieren. "Ich werde auch der Rosi Bescheid sagen, dass sie ihn nicht ans Telefon holt", nahm Christian Neureuther seine Ehefrau in die Pflicht. Trainer Martin Oßwald appellierte an die Medien: "Felix gehört zu einer Gruppe, und da will ich keine Ausnahme machen. Aber er wird mit einem möglichen Rummel gut umgehen."

Der Mädchenschwarm wird erst Anfang übernächster Woche im Nobel- Skiort eintreffen. Zuvor steht im Werdenfels-Gymnasium von Garmisch- Partenkirchen noch eine Klausur auf dem Stundenplan. Vater Christian ist voll des Lobes für die Lehrer, die für Lehrgänge und Rennen viel Verständnis zeigen: "Das ist keine Sportschule, aber sie gehen an die Grenze dessen, was sich eine Schule erlauben kann." Auch der Belastung für seinen Sohn durch die Erfolge der Eltern ist sich Christian Neureuther bewusst. "Er hat diesen Namen, damit muss er leben. Aber er hat das hier selber erreicht, trotz der Bürde seines Namens", sagte der frühere Slalom-Star.

Felix Neureuther wird mit der Erfahrung von einem Weltcup-Rennen die Bühne einer Weltmeisterschaft betreten. Beim Riesenslalom Anfang Januar im slowenischen Kranjska Gora schied er mit einer sehenswerten Pirouette im ersten Durchgang aus. In den 15 Europacup- und FIS- Rennen dieser Saison kam er nur drei Mal ins Ziel, stand dafür in Livigno im Dezember beim FIS-Slalom ganz oben auf dem Treppchen. «Was ihn auszeichnet, ist seine Frische, sein Kämpferherz. Das vermisse ich bei den anderen Jungen", sagt Oßwald. "Bode Miller ist auch oft ausgeschieden", sieht der Coach sogar Parallelen zum derzeit Zweiten im Gesamtweltcup aus den USA.

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