Vatikan nimmt Rücktritt an
Bischof tritt nach Unfall mit Fahrerflucht zurück

Der amerikanische Bischof Thomas O'Brien ist nach der Anklage wegen eines tödlichen Unfalls mit Fahrerflucht zurückgetreten. Papst Johannes Paul II. nahm das Gesuch des Oberhirten der Diözese Phoenix an, teilte der Vatikan am Mittwoch mit.

HB/dpa PHOENIX/ROM. Der Bischof selbst äußerte sich nicht öffentlich. Er war am Montag festgenommen und am Dienstag angeklagt worden. Nach Hinterlegung einer Kaution von 45 000 Dollar wurde er auf freien Fuß gesetzt.

Jim Reed (43) war am Samstagabend in Phoenix überfahren worden. Der Hinweis eines Augenzeugen, der sich einen Teil des Nummernschilds gemerkt hatte, führte die Polizei zum Bischofssitz. O'Briens Auto war beschädigt. Der Bischof bestätigte im Verhör, an dem Abend dort gefahren zu sein. Er habe allerdings gedacht, er hätte einen Hund oder eine Katze überfahren. Die Polizei hielt das für unglaubwürdig, weil das Opfer ein stämmiger Mann mit mehr als 100 Kilogramm Körpergewicht war.

O'Brien, der dem Bistum von Phoenix mehr als 20 Jahre vorstand, wurde wegen Fahrerflucht angeklagt. Ihm drohen drei Jahre Haft. Die Behörden prüfen jetzt, ob der 67-jährige zum Zeitpunkt des Unfalls angetrunken war. "Das könnte weitere Anklagepunkte ergeben", sagte Staatsanwalt Rick Romley am Mittwoch.

Die Verwandten des Bischofs äußerten unterdessen Bedauern über den Unfall. Der Vorfall sei eine Tragödie für alle, hieß es in der Erklärung. Die Familie bete für Reed.

Der Papst nahm den Rücktritt O'Briens auf der Grundlage des Kirchenrechts an. In der Vatikan-Mitteilung vom Mittwoch wurde auf Can. 401 2 des Kanonischen Rechtes verwiesen. Danach wird ein Bischof, der wegen seiner angegriffenen Gesundheit oder aus einem anderen schwerwiegenden Grund nicht mehr in der Lage ist, seine Amtsgeschäfte wahrzunehmen, "nachdrücklich gebeten, seinen Amtsverzicht anzubieten".

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