Vatikan verurteilt Klonen als "zutiefst unmoralisch"
USA fördern Klonen von Embryonalzellen

In den USA soll das Klonen von Embryonalzellen zu Forschungszwecken gefördert werden. Die Nationalen Gesundheitsinstitute (NIH) veröffentlichten am Mittwoch (Ortszeit) im Internet neue Richtlinien, nach denen die Forschung mit menschlichen Stammzellen staatlich finanziert werden darf. Die neuen Regeln sollen am Freitag in Kraft treten

afp WASHINGTON. Danach können sich Wissenschaftler um öffentliche Gelder für enstprechende Forschungsprojekte bewerben. Auf deren Grundlage sollen später Krankheiten wie Diabetes, Parkinson, Herzleiden und Verletzungen des Rückenmarks geheilt werden können. Die päpstliche Akademie für das Leben schaltete sich am Donnerstag ein und bezeichnete das Klonen menschlicher Embryos als "zutiefst unmoralisch und unzulässig".

Den US-Wissenschaftlern ist es nur erlaubt, mit den Zellen aus tiefgefrorenen Embryos zu forschen, die nicht mehr zur Fortpflanzung in Kliniken verwendet werden. Auch erhalten die Spender von Embryos kein Geld. Nach dem Protest von Abtreibungsgegnern rechtfertigte Präsident Bill Clinton die Entscheidung. Damit könne Leben gerettet und verbessert werden, sagte Clinton. Er betonte aber, die Wissenschaftler müssten sich an "strenge ethische Standards" halten.

Das menschliche Embryo sei ein "menschliches Subjekt", das eine eigene Identität habe, hieß es in einer Erklärung der päpstlichen Akademie für das Leben, die vom Pressedienst des Vatikans herausgegeben wurde. Die Akademie lehnte jegliche Nutzung von Embryonalzellen, sei es zur therapeutischen oder rein wissenschaftlichen Zwecken, kategorisch ab. In keinem Fall könne der Eingriff gerechtfertigt sein, gleichgültig, welches Ziel er habe. Wie jedes menschliche Individuum habe ein Embryo ein Recht auf sein eigenes Leben.

Bereits vor gut einer Woche hatte die britische Regierung das Klonen menschlicher Embryonalzellen zu Forschungszwecken erlaubt. Allerdings bleibt das Klonen zum Zwecke der Fortpflanzung auch in Großbritannien weiterhin verboten. Angesichts des US-Vorstoßes und der britischen Entscheidung will die Bundesregierung nach Presseberichten ihre Gesundheitspolitik nicht ändern. Der parlamentarische Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, Wolf-Michael Catenhusen (SPD), sprach sich gegenüber der Zeitung gegen neue Gesetze aus, die diese Forschung erleichtern. Catenhusen forderte eine einheitliche Haltung der EU zu dieser Forschung.

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