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Vattenfall: Mehr Windkraftaufkommen benachteiligt Ostdeutschland

Deutschlands drittgrößter Energiekonzern Vattenfall Europe hat an die Ministerpräsidenten der neuen Länder appelliert, sich für Änderungen am neuen Energiewirtschaftsgesetz einzusetzen, um Standortnachteile für Ostdeutschland zu verhindern.

dpa-afx EISENACH. Deutschlands drittgrößter Energiekonzern Vattenfall Europe hat an die Ministerpräsidenten der neuen Länder appelliert, sich für Änderungen am neuen Energiewirtschaftsgesetz einzusetzen, um Standortnachteile für Ostdeutschland zu verhindern. "Die Ausgleichskosten für Windenergie dürfen nicht nur der jeweiligen Region aufgebürdet werden, sie müssen bundesweit umgelegt werden", sagte der Vorstandschef von Vattenfall Europe, Klaus Rauscher, der dpa am Samstag in Eisenach. "Der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien ist eine bundespolitische Entscheidung."

Nach Aussage von Rauscher entfallen derzeit 38 Prozent der in Deutschland produzierten Windenergie auf die Netzzone von Vattenfall Europe - mit steigender Tendenz. Nach dem Gesetz zur Förderung Erneuerbarer Energien müssen die Energieversorger den Erzeugern von Ökostrom bestimmte Mengen zu einem festgelegten Preis abkaufen und in ihre Netze einspeisen. Mit dem Gesetz will die rot-grüne Bundesregierung den Anteil von Ökostrom an der Gesamterzeugung bis 2010 weiter erhöhen.

Rauscher bestätigte, dass die Strompreise in den neuen Länder schon jetzt zu den höchsten in Deutschland gehörten. Grund seien die hohen Investitionen von rund einer Milliarde Euro in den Aufbau neuer Stromnetze nach der Wiedervereinigung. Allerdings sei die Erwartung "blühender Landschaften" im Osten nicht vollständig aufgegangen. "Uns fehlt die Industrie und die Bevölkerung, um das Netz auszulasten", sagte Rauscher. Höhere Ausgaben für mehr Windenergie würden die Situation weiter verschärfen. Allein in diesem Jahr müsse Vattenfall Europe knapp 100 Mill. Euro an Ausgleichskosten für Windenergie aufwenden. Um das höhere Aufkommen an Windstrom zu transportieren, müssten die vorhandenen, technisch hochwertigen Netze außerdem erweitert werden.

Für den Bau neuer Kohlekraftwerke forderte Rauscher mehr Planungssicherheit. Die Belastungen aus dem Emissionshandel mit Kohlendioxid-Verschmutzungsrechten seien derzeit nur bis 2007 kalkulierbar. Vattenfall Europe prüft derzeit den Bau eines neuen Braunkohleblocks im ostsächsischen Boxberg und eines Steinkohlekraftwerks im Großraum Hamburg. Hier gehe es um Investitionen von zusammen 1,8 Mrd. Euro, sagte Rauscher. "Dafür brauchen wir verlässliche politische Rahmenbedingungen."

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