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VCL Film + Medien senkt Planzahlen für 2001

Das Medienunternehmen VCL Film + Medien AG hat seine Geschäftserwartungen für das laufende Jahr wegen der schwachen Nachfrage deutscher Fernsehsender nach Spielfilmen gesenkt. Für 2001 rechne VCL nur noch mit einem Umsatz von 151,8 (Vorjahr: 60,3) Mill. ? statt den zuvor angekündigten 182 Mill. ?, teilte das im MDax gelistete Unternehmen am Mittwoch mit.

Reuters MÜNCHEN. Wegen der Kosten der eingeleiteten Umstrukturierung erwartet das Münchener Unternehmen im laufenden Jahr nur einen Gewinn auf Vorjahreshöhe. Im ersten Quartal ging der Gewinn nach Steuern (DVFA/SG) den Angaben zufolge auf 0,5 Mill. von 1,2 Mill. ? im Vorjahrsquartal zurück.

Die in den vergangenen Wochen wegen Gerüchten über eine Überschuldung und die bevorstehende Zahlungsunfähigkeit arg gebeutelten VCL-Aktien stiegen im frühen Handel um 7,7 % auf 2,50 ?. Im Januar hatten die Aktien noch Kurse von elf Euro erreicht.

Die zurückhaltende Einkaufspolitik der TV-Sender und vorgezogene Produktions- und Finanzierungstermine wegen des angekündigten Schauspielerstreiks in Hollywood hätten zu einen Liquiditätsengpass geführt, hieß es bei VCL. Der Vorstand habe aber bereits ein Kostensenkungsprogramm und eine Anpassung der Strategie eingeleitet. So wolle sich VCL künftig auf ihr angestammtes Kerngeschäft Video und DVD konzentrieren und damit in Europa expandieren. In der Sparte Lizenzhandel werde sich das Unternehmen auf den deutschsprachigen Raum und Skandinavien als Absatzmärkte beschränken.

Inzwischen sei die Finanzierung der ersten beiden Filme des Erfolgsregisseurs Woody Allen gesichert, teilte VCL weiter mit. Ein Konsortium von Banken und weiteren Kreditgebern stelle den Unternehmen insgesamt rund 38 Mill. ? zur Verfügung. Zudem wolle VCL seine Filmbibliothek beleihen, deren Wert von Gutachtern auf 94 Mill. ? geschätzt werde.

Im laufenden Jahr rechnet VCL wegen der Kosten der Umstrukturierung mit einem Gewinn je Aktie von 0,22 ?, was dem Niveau des Vorjahres entspricht. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) werde sich allerdings auf 13 (Vorjahr 5,4) Mill. ? mehr als verdoppeln. Der erstmals konsolidierte dänische Videoanbieter Scanbox werde 5,5 Mill. ? zum Ebit und rund 58 Mill. ? zum Umsatz im Jahr 2001 beitragen.

Im ersten Quartal stieg der VCL-Umsatz den Angaben zufolge um rund 165 % auf 23 Mill. ?. Ohne Scanbox hätte das Umsatzplus noch 35,6 % betragen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte auf 6,6 Mill. ? nach 5,3 Mill. vor Jahresfrist.

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