VDA hofft auf positive Impulse
Nutzfahrzeugaussichten zum IAA-Start gedämpft

Mit weniger Optimismus als noch vor Tagen ist die Internationale Automobilmesse (IAA) für Nutzfahrzeuge in Hannover am Donnerstag gestartet. Neue Prognosen für ein Andauern der Branchenrezession auf Grund des schwachen Wirtschaftswachstums haben die Aussichten auf eine baldige Marktbelebung hinausgeschoben.

ddp HANNOVER. Besonders das Segment der schweren Nutzfahrzeuge werde auch 2003 in den EU-Staaten die ohnehin schlechten Absatzzahlen nochmals drücken, sagte das Prognoseinstitut Autofocus in Leverkusen zum Messestart voraus.

Auch der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Bernd Gottschalk, äußerte sich zur Eröffnung der 59. IAA (bis 19. September) sehr vorsichtig. "Wir brauchen eine Belebung des Inlandsmarktes. Wir können nicht auf Dauer nur auf den Exporterfolg setzen", sagte der VDA-Chef, der noch zu Wochenbeginn eine Marktbelebung im westeuropäischen Geschäft ab zweitem Halbjahr 2003 für möglich hielt. Die Verunsicherung von Konsumenten und Investoren am Inlandsmarkt sei groß, und "per Knopfdruck" werde sich die Lage nicht ändern lassen.

Gottschalk zeigte sich aber zuversichtlich, dass von der IAA zumindest positive Impulse für die Stimmung ausgehen. "Düstere Zukunftsprognosen helfen nicht weiter und sind nicht unsere Sache", betonte er. Trotz des schwierigen Marktes gebe es eine "positive Grundstimmung", fuhr er mit Blick auf die Innovationen bei schweren Lkw, Transportern, Bussen und Aufbauten fort. "In the long run" blieben Nutzfahrzeuge ein Wachstumsgeschäft. Dies habe der siebenjährige Aufschwung mit einem Produktionszuwachs von nahezu acht Prozent pro Jahr bis 2000 gezeigt.

In einem insgesamt noch schwachen Umfeld gebe es erste Anzeichen einer Konsolidierung, so bei den Auslandsbestellungen für schwere Lkw, hob Gottschalk hervor. Die Absatzentwicklung sei in einigen asiatischen Regionen wie China "durchaus dynamisch". Auch der Ordereingang für Transporter im Inland stabilisiere sich. Für eine dauerhafte Erholung müsse es jedoch zu allererst den Kundenbranchen besser gehen, betonte der VDA-Chef. So müssten sich die Bauwirtschaft erholen sowie Einzelhandel und Handwerk mehr Konsumneigung verspüren. Wenn die Konjunktur wieder anspringe, könne 2003 durchaus ein besseres Nutzfahrzeugjahr werden als derzeit in den Büchern stehe, erklärte Gottschalk.

Das Institut Autofocus sieht angesichts der Branchenkonjunkturen "wenig Anlass, dass sich vor Mitte 2003 die Trendumkehr einstellt". Erst 2004 könnten die Nutzfahrzeugverkäufer in Deutschland und Europa wieder auf bessere Verkaufzahlen hoffen, betonte Institutsleiter Ferdinand Dudenhöffer. Dabei setze sich der Trend fort, wonach bei Transportern und leichten Nutzfahrzeugen (unter 3,5 Tonnen) ein stärkeres Wachstum zu verzeichnen sei als bei Fahrzeugen für höhere Zuladungen. Dieser wichtige Teilmarkt mache inzwischen über 80 % aller Nutzfahrzeug-Verkäufe in der EU aus. Die Logistikanbieter griffen immer stärker auf wendige und schnelle Transporter mit großem Ladevolumen zurück. Bei schweren Lkw über 16 Tonnen sehe es daher "besonders trostlos aus", sagte Dudenhöffer. Die Hersteller säßen auf Überkapazitäten und produzierten Verluste.

VDA-Chef Gottschalk forderte mehr Mittel aus der 2003 geplanten deutschen Lkw-Maut für die Straße. Nutzfahrzeugindustrie und Transportgewerbe seien offen für eine Umstellung der Infrastrukturentwicklung von Steuer- auf Gebührenfinanzierung. Das könne aber nur belastungsneutral und mit enger Zweckbindung der Gebühren für den Fernstraßenbau geschehen. Beides sei bisher nicht der Fall.

Mit 157 Weltpremieren bieten über 1200 Aussteller aus 43 Ländern auf der 59. IAA ein Feuerwerk an Neuheiten. Dabei stechen vor allem Elektroniklösungen für mehr Fahrsicherheit hervor. Erwartet werden mehr als 200 000 Besucher.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%