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VDA sieht konstantes Niveau bei Neuzulassungen - 2005 leichtes Plus

Nach vier Jahren rückläufiger Verkaufszahlen wird der deutsche Automobilmarkt in diesem Jahr allenfalls stagnieren. Eine Rekordmarke wird dagegen der Export erreichen. Für das Inland bestätigte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Freitag seine Absatzprognose von "klar über 3,2 Mill.

dpa-afx FRANKFURT. Nach vier Jahren rückläufiger Verkaufszahlen wird der deutsche Automobilmarkt in diesem Jahr allenfalls stagnieren. Eine Rekordmarke wird dagegen der Export erreichen. Für das Inland bestätigte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Freitag seine Absatzprognose von "klar über 3,2 Mill. neu zugelassenen PKW". 2003 hatten die Hersteller insgesamt 3,237 Mill. Autos verkauft.

VDA-Präsident Bernd Gottschalk betonte in Frankfurt, seit sechs Monaten in Folge verzeichneten die deutschen Autobauer steigende Auftragseingänge. Für 2005 gebe es daher Anlass für leichten Optimismus: "Aus heutiger Sicht müssen wir zwar erwarten, dass das Geschäft zäh bleibt, dass der Kunde sich weiter zurückhält, aber ein Absatzniveau 2005 leicht über dem des laufenden Jahres ist durchaus drin."

Im Ausland seien deutsche Autos weiter ein Renner. Die historische Höchstmarke von 2003 werde erneut übertroffen. Sieben von zehn deutschen Autos werden inzwischen exportiert. Eine Gefahr für den Export im kommenden Jahr sei der extrem schwache Dollar. Gottschalk kritisierte die USA, die nichts zur Stützung ihrer Währung unternähmen.

'Keine Grundlegende Krise'

Gottschalk sieht die deutsche Autoindustrie trotz der Probleme bei Opel oder VW nicht grundlegend in der Krise. Bis September seien 6 000 neue Arbeitsplätze geschaffen worden, die Branche beschäftigte insgesamt 776 000 Menschen. Die Autokonzerne hätten in diesem Jahr zwölf Mrd. Euro in Deutschland investiert. Der VDA-Chef forderte aber längere Arbeitszeiten und den Abbau übertariflicher Leistungen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.

"Um so wichtiger ist es, dass wir uns es nicht leisten dürfen, hochqualifizierte Ingenieure nur nach 35-Stunden-Tarif zu beschäftigen." Relikte wie Spätzuschläge ab 12.00 Uhr oder die "Steinkühler-Pinkelpause" (fünf Minuten pro Stunde) seien nicht mehr zeitgemäß. "Wenn wir Arbeitsplätze in Deutschland halten wollen, dann ist die Überprüfung übertariflicher Leistungen letztlich sozialer als die Verlagerung von Arbeitsplätzen und damit deren Verlust im Inland", sagte Gottschalk.

Im November war die Zahl der PKW-Neuzulassungen in Deutschland um elf Prozent auf rund 284 000 gestiegen. Für das bisherige Jahr ergibt sich ein Absatzvolumen von 2,98 Mill. PKW - 0,7 Prozent weniger als in den ersten elf Monaten des Vorjahres. Die deutschen Hersteller steigerten ihren Absatz im Inland im vergangenen Monat um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und kamen auf einen Marktanteil von 72 Prozent. Rückläufig war im November der Export. Die deutschen Hersteller verkauften elf Prozent weniger PKW ins Ausland, von Januar bis November gab es aber ein Plus von zwei Prozent.

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