VdK nennt Vorschläge wirlichkeitsfremd
Union will Trend zur Frührente stoppen

Angesichts leerer Rentenkassen macht sich auch die Union für eine längere tatsächliche Lebensarbeitszeit stark. Wie Grüne und Arbeitgeber plädiert auch Unions-Fraktionsvize Friedrich Merz (CDU) dafür, die Anreize für eine vorzeitigen Ruhestand zu verringern.

HB/dpa BERLIN. "Wir müssen dafür sorgen, dass der Trend zur Frühverrentung gestoppt und umgekehrt wird", sagte Merz am Montag im ZDF.

Der Sozialverband VdK Deutschland nannte dies wirklichkeitsfremd. So beschäftige rund die Hälfte aller Unternehmen keine Arbeitnehmer über 50 Jahre mehr. "Wer die Frühverrentung allein durch stärkere Rentenkürzungen verhindern will, denkt an der Wirklichkeit vorbei. Was soll ein Arbeitnehmer machen, der mit 58 Jahren vor die Werkstür gesetzt wird?" Der VdK appellierte an die Arbeitgeber, umzudenken und auch Arbeitnehmer über das 60. Lebensjahr hinaus zu beschäftigen.

Die Grünen-Finanzexpertin Christine Scheel und Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hatten am Wochenende gefordert, die Frühverrentung weniger attraktiv zu machen. Dem schloss sich auch Merz an. Die Zeit zwischen Eintritt in das Berufsleben und Eintritt in die Rente dürfe nicht weiter verkürzt werden, sagte er. "Wenn nur noch ein Drittel der Menschen in diesem Land arbeitet, das andere Drittel in der Ausbildung und das letzte Drittel in der Rente ist, dann müssen wir wissen, dass wir dieses System nicht weiter finanzieren können."

Finanzminister Hans Eichel (SPD) hatte sich am Wochenende zudem für einen grundlegenden Umbau des Rentensystems nach Schweizer Vorbild ausgesprochen. "Dann würden neben Arbeitnehmern auch Selbstständige, Beamte und Politiker nach denselben Prinzipien in die sozialen Sicherungssysteme etwa bei der Rente einbezahlen und die gleiche Leistung erhalten", sagte Eichel.

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