Archiv
Veag-Umsatzerlöse im ersten Halbjahr um 30 Prozent gesunken

ddp BERLIN. Das ostdeutsche Energieunternehmen Veag hat im ersten Halbjahr mehr Strom verkauft als im Vorjahr. Gleichzeitig führten jedoch Strompreissenkungen für die Regionalversorger zu einem deutlichen Erlösrückgang. Wie das Unternehmen am Dienstag in Berlin mitteilte, stiegen die Stromlieferungen in den ersten sechs Monaten zwar um 10 % auf 26,3 Mill. Kilowattstunden (kWh). Im zweiten Quartal kletterte der Absatz im Vorjahresvergleich sogar um 15 % auf 12,9 Mill. kWh. Die Stromerlöse gingen jedoch wegen der Preisnachlässe um 32 % zurück. Dem entsprechend verringerten sich die Umsatzerlöse insgesamt um 30 % auf 811 Mio. Euro. Der Veag sei es jedoch gelungen, die Hälfte des Erlösrückgangs durch das eingeleitete Sparprogramm aufzufangen, hieß es. Für die verbleibenden Verluste war schon im Jahresabschluss 1999 mit der Bildung einer so genannten Drohverlustrückstellung Vorsorge getroffen worden. Das Ergebnis des größten ostdeutschen Stromunternehmens stand auch im vergangenen Geschäftsjahr stark unter dem Einfluss des Verfalls der Strompreise infolge der Liberalisierung der Energiemärkte. Insgesamt wurde (einschließlich der Drohverlustrückstellung) ein Jahresfehlbetrag von 1,87 Milliarden Mark verbucht. Auch in den nächsten Jahren erwartet die Veag wegen des niedrigen Preisniveaus und hoher Kapitalkosten nach ihren Gesamtinvestitionen von rund 17 Milliarden Mark in den neunziger Jahren weitere Verluste. Das Unternehmen ist aber zuversichtlich, dass durch die Rückstellungen das Jahresergebnis jeweils ausgeglichen gestaltet werden kann. Bei der Veag steht wegen der Fusionsauflagen für Eon und RWE durch die Kartellämter in Bonn und Brüssel voraussichtlich noch in diesem Jahr ein Eigentümerwechsel ins Haus. Das Zusammengehen von Veag und Laubag ist anvisiert. Der Poker um den Erwerb der freiwerdenden Anteile ist bereits entbrannt. Zusätzliches Problem ist das Schicksal der Braunkohleschutzklausel. Nach dem Energiewirtschaftsgesetz ist die Veag berechtigt, Stromdurchleitungen anderer Anbieter zu Abnehmern in Ostdeutschland zu verweigern. In insgesamt vier Musterverfahren wurde die Veag aber inzwischen zur Durchleitung verpflichtet. Die Veag hat dagegen Berufung eingelegt. Den Angaben zufolge beschäftigte der Veag-Konzern am 30. Juni insgesamt 6 117 Mitarbeiter. Im Vergleich zum Vorjahresstichtag verringerte sich damit die Mitarbeiterzahl um 288 oder 4,5 %. Dabei konnten betriebsbedingte Kündigungen weiterhin vermieden werden. Die Teilzeitquote lag im ersten Halbjahr im Unternehmen bei 45 %.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%