Veba Oel profitiert vom Rohölpreis und günstigen Raffineriemargen
Aral fährt mit Benzin hohe Verluste ein

Während die Eon-Tochter Veba Oel 2000 von hohen Rohölpreisen sowie stolzen Raffineriemargen profitiert und ein Rekordergebnis erwirtschaftet hat, lasteten genau diese Faktoren und die Ökosteuer schwer auf der Tankstellen-Tochter Aral. Die Folge: tiefrote Zahlen im Kraftstoffgeschäft.

ews/jsn BOCHUM. Erstmals seit 15 Jahren ist die Bochumer Aral AG operativ in die roten Zahlen gerutscht. Dabei konnten die Verluste von deutlich über 100 Millionen Euro im Kraftstoffgeschäft durch die anderen profitablen Aktivitäten - etwa Tankstellenshops - nicht wettgemacht werden. Der zurzeit größte deutsche Tankstellenbetreiber begründet dies mit katastrophalen Margen im Tankstellen- und Verbrauchergeschäft in Deutschland, den hohen Rohölpreisen bei starkem Dollar sowie einem steigenden Steueranteil am Benzinpreis. Dies führe beim Autofahrer zunehmend zu preissensiblem Verhalten.

Doch sieht Günter Michels, Vorstandsvorsitzender der in Aral AG & Co. KG umgewandelten 100-prozentigen Veba-Oel-Tochter erste Lichtblicke zum Besseren in diesem Jahr. Denn die Tankstellen-Marge hat sich seit dem letzten Quartal 2000 wieder erholt. Seit Jahresbeginn sei das Geschäft sowohl von der Menge als auch der Erlösseite her "zufriedenstellend", so Michels vor der Presse. Das Preisniveau bleibe auf dem Stand von Anfang Januar, da die Preise 22-mal erhöht aber auch ebenso oft gesenkt wurden.

Worüber Michels sich ärgert, konnte Wilhelm Bonse-Geuking, Vorstandsvorsitzender der Gelsenkirchener Veba Oel AG, erfreuen. Denn er konnte die "horrenden" Tankstellenverluste mehr als wettmachen und ein Konzernergebnis von 248 (nach 82) Mill. Euro erreichen, berichtete der Chef der Aral-Muttergesellschaft in einem Gespräch mit dem Handelsblatt. In den Bereichen Aufschluss und Förderung (Upstream) sowie Verarbeitung in den Raffinerien erzielte Veba-Oel jeweils 200 Millionen Euro Gewinne. Dabei hätten ein von 18 auf 28 Dollar je Barrel (Fass von 159 Litern) gestiegener Rohölpreis und eine von 10 auf 27 Dollar je Tonne verbesserte Raffineriemarge geholfen.

Für 2001 ist Bonse-Geuking eher in Moll gestimmt:Beim Rohölpreis sind durchschnittlich 21,50 Dollar angesetzt. Die Raffinerie-Marge dürfte sich um ein Drittel reduzieren. Aber das Veba-Oel-Ergebnis soll auf dem Vorjahresniveau bleiben, weil das Tankstellengeschäft den Ausgleich schaffen soll. "Insgesamt wird unsere Ergebnis-Struktur ausgewogener", zieht Bonse-Geuking als Fazit.

Doch auch wenn sich die Situation derzeit sehr erfreulich darstellt, so ist der Verbleib von Veba Oel und Aral im Eon-Konzern nicht gesichert. Denn auch als Marktführer am deutschen Markt ist der Konzern auf der internationalen Bühne ein kleiner Spieler. Schon kurzfristig strebt deshalb der Mutterkonzern Eon für die Sparte Mineralöl eine Gesamtlösung an. Sie kann strategische Allianzen beinhalten, wobei die Höhe der Eon-Beteiligung kein Tabu ist. "Noch in diesem Jahr soll die vernünftige Weichenstellung geschafft sein. Doch gilt, die Qualität der Lösung hat absoluten Vorrang vor der Zeitfrage," gibt der Veba-Oel-Chef die Richtung vor.

RWE hatte vorige Woche mit Shell einen Vereinbarung getroffen, bei der beide Partner ihr deutsches Downstream-Geschäft (Verarbeitung/Vertrieb) in ein Joint-Venture einbringen. Aral-Chef Michels gratulierte Shell gestern zu dem Deal, weil deren Marktposition in Deutschland signifikant verbessert werde. "Ob die RWE-Dea davon profitiert, wird sich noch zeigen, spätestens Mitte 2004, wenn Shell alleiniger Eigentümer ist", so kommentiert Michels. Größe allein sei nicht entscheidend, sondern Effizienz bei den Kosten und im Tankstellennetz. Hier sei Aral ebenso wie in der Ertragskraft Spitze.

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