Vechta
Amerikanische Verhältnisse bei Jobs und Wachstum

Vechta, einst für Strukturschwäche bekannt, ist in den letzten drei Dekaden zu einer der wettbewerbsfähigsten Regionen Nordwestdeutschlands aufgestiegen - das zeigt der Zukunftsatlas 2004 von Prognos und Handelsblatt.

VECHTA. Ein Hahn stirbt schnell im Landkreis Vechta. Betäubt und kopfüber hängt er an einem Haken, dann führt ihn die Schlachtmaschine an eine seitlich angebrachte Klinge. Sekundenbruchteile nur und - aus, vorbei. Blut tropft auf das Fließband, eine Zange zieht die Gedärme aus dem aufgeschnittenen Bauch. Über allem dumpfer Schlachthausgeruch und leises Gegacker. An Ketten rattern die Kadaver durch die Halle, werden gesäubert, filetiert, verpackt. Bis zu 10 000 Stück pro Stunde schafft die Schlachterei des Geflügelherstellers PHW-Gruppe - Handelsmarke: "Wiesenhof" - in Spitzenzeiten 300 000 am Tag.

Das Fleisch und die Fließbänder, das ist der Reichtum des Landeskreises Vechta. Konsequent hat sich die Region zwischen Osnabrück und Bremen der Landwirtschaft verschrieben. Industrielle Schweine- und Geflügelmast bildet hier den ökonomischen Kern. Im Dunstkreis der Landwirtschaft haben sich Landmaschinen- und Metallbauer angesiedelt, Kunststoff- und Verpackungsbetriebe. "Vechta hat seine traditionelle Stärke, die Landwirtschaft, so weiterentwickelt, dass eine komplette Wertschöpfungskette entstanden ist", sagt Prognos-Regionalexperte Peter Kaiser.

Vechta, einst für Strukturschwäche bekannt, ist in den letzten drei Dekaden zu einer der wettbewerbsfähigsten Regionen Nordwestdeutschlands aufgestiegen - das zeigt der Zukunftsatlas 2004 von Prognos und Handelsblatt. Im Ranking aller 439 Städte und Landkreise liegt der Kreis bundesweit auf Platz 58. Nach der VW-Region Wolfsburg/Braunschweig/Gifhorn und vor Hannover ist er viertbester Standort Niedersachsens.

Dabei gehen die Uhren im südlichen Oldenburger Münsterland anders als in den industriellen Ballungsräumen - nicht nur in Bezug auf die Wirtschaftsstruktur, auch beim unternehmerischen Stil. Egal, ob Politik, Wirtschaft oder Verwaltung - man kennt sich, trifft sich bei denLehrlingsfreisprechungen und auf den Schützenfesten. Vereinbart Aufträge und Verträge per Handschlag, rekrutiert Auszubildende beim Nachbarn. Im Lauf der Jahrzehnte ist so eine geschlossene Unternehmerfront entstanden, die auch international erfolgreich operiert. So ist die Exportquote der regionalen Wirtschaft in den letzten zwanzig Jahren von 8,5 auf 17 Prozent gestiegen.

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